07 June 2026, 04:17

Mönchengladbachs Bauboom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen bei Wohnungen

Bau von Wohnungen in NRW sinkt    Moenchengladbach baut mehr Apartments

Mönchengladbachs Bauboom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen bei Wohnungen

Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Wohnbautätigkeit und setzt sich damit vom allgemeinen Trend in Nordrhein-Westfalen ab. Während das Bundesland die niedrigste Bauquote seit 14 Jahren meldete, genehmigte die Stadt Rekordsubventionen und errichtete fast dreimal so viele Wohnungen wie noch 2024. Doch steigende Kosten und Zinsen prägen weiterhin den Wohnungsmarkt in ganz Deutschland.

Der Bauboom in Mönchengladbach hebt sich deutlich vom schwächelnden regionalen Markt ab. 2025 wurden in der Stadt 758 Wohnungen fertiggestellt – ein Anstieg um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Baugenehmigungen für neue Wohneinheiten stiegen um 73,6 Prozent, und mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner belegte Mönchengladbach unter den kreisfreien Städten den dritten Platz, weit über dem Landesdurchschnitt.

Die Finanzierung dieses Wachstums erforderte erhebliche Investitionen. Die Stadt bewilligte 43,2 Millionen Euro an Wohnbauförderung für 218 Wohneinheiten und erreichte damit fast den Rekordwert des Vorjahres. Dies folgt auf eine Initiative aus dem Jahr 2023, bei der Mönchengladbach rund 43 Millionen Euro in das städtische Wohnungsbauunternehmen WohnBau investierte. Auch die Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau stiegen stark an: 2024 wurden 274 Prozent des ursprünglichen Budgets aufgebraucht – nach nur fünf Prozent im Jahr 2021.

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Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Bundesweit sind die Zinsen für Baufinanzierungen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent gestiegen, was die Finanzierung deutlich verteuert. Gleichzeitig sank die Bauquote in Nordrhein-Westfalen auf 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner, mit nur 37.185 fertiggestellten Wohnungen – ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024. Zudem stieg der Preisindex für Wohngebäude Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent, was den Druck auf Bauträger erhöht.

Mönchengladbachs Wohnungsbauoffensive steht damit in krassem Gegensatz zur allgemeinen Verlangsamung in Nordrhein-Westfalen. Durch die hohe Bauquote und Rekordförderungen hat die Stadt einen deutlichen Schub bei neuen Wohnungen erzielt – trotz steigender Kosten. Angesichts der gestiegenen Kreditzinsen und Preise bleibt jedoch abzuwarten, welche langfristigen Auswirkungen dies auf Bezahlbarkeit und Entwicklung haben wird.

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