Moers im Aufruhr: Anlieger kämpfen gegen umstrittenes Wohnbauprojekt an der Spielstraße
Iwona KohlMoers im Aufruhr: Anlieger kämpfen gegen umstrittenes Wohnbauprojekt an der Spielstraße
Streit um Neubauprojekt in Moers eskaliert: Anlieger wehren sich gegen genehmigte Wohnbebauung
Die Auseinandersetzungen um ein neues Wohnbauprojekt in Moers spitzen sich zu, nachdem Anlieger eine kürzlich erteilte Baugenehmigung anfechten. Das Vorhaben, das neun neue Wohneinheiten vorsieht, sorgt in der ruhigen Nachbarschaft am Josef-Peil-Weg für Bedenken wegen zunehmenden Verkehrs und unzureichender Infrastruktur.
Lokale Anlieger argumentieren, die engen Straßen und die veraltete Kanalisation des Viertels seien für die zusätzliche Belastung nicht ausgelegt. Zudem werfen sie der Verwaltung vor, formale Abläufe umgangen und ihnen damit kaum Mitspracherechte eingeräumt zu haben.
Auslöser der Kontroverse war die Genehmigung des Projekts durch das örtliche Bauamt im August 2025. Obwohl Anlieger bereits Einspruch erhoben hatten, wurde ihre Petition erst im September im Petitionsausschuss beraten – und damit nach der bereits erteilten Genehmigung. Laut den geltenden Vorschriften in Nordrhein-Westfalen obliegt die Erteilung von Baugenehmigungen in der Regel der örtlichen Baubehörde und nicht dem Stadtrat, sodass dieser an der Entscheidung nicht direkt beteiligt war.
Der Zugang zur Baustelle ist über den Elbinger Ring und den Josef-Peil-Weg geplant – eine ausgewiesen „Spielstraße“ mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen. Die Anlieger fürchten, dass das Projekt schweren Durchgangsverkehr mit sich bringt und den friedlichen Charakter des Viertels zerstört. Zudem kritisieren sie, dass die Verwaltung eine gesetzlich vorgeschriebene Grünpufferzone ignoriert habe, die den Neubau deutlich von den bestehenden Häusern trennen soll. Eine Bürgerinitiative wirft dem Rat vor, Großinvestoren zu bevorzugen, und verweist auf erlassene Erschließungsbeiträge sowie gelockerte Planungsvorgaben. Während die Verwaltung betont, das Projekt entspreche den aktuellen Gesetzen, behaupten Gegner, die Behörden hätten eine zentrale Rechtsvorschrift falsch ausgelegt. Selbst bei einer Rücknahme der Genehmigung könnte der Bauherr den Beschluss gerichtlich anfechten – und den Streit damit in die Länge ziehen.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt (ASPU) wird nun am 22. Januar über die Petition abstimmen. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob das Projekt voranschreitet oder auf weitere rechtliche Hürden stößt.
Die Abstimmung am 22. Januar wird über das weitere Vorgehen beim umstrittenen Bauvorhaben bestimmen. Falls sich der Ausschuss auf die Seite der Anlieger stellt, könnte die Genehmigung neu geprüft werden – allerdings drohen dann mögliche Klagen. Bis dahin bleibt die Nachbarschaft gespalten, und die Sorgen um Verkehr, Infrastruktur und Gerechtigkeit sind weiterhin ungelöst.