Merz warnt vor Pessimismus und feiert Handwerkstraditionen in Aachen
Iwona KohlMerz sieht Deutschland in tiefgreifendem Umbruch - Merz warnt vor Pessimismus und feiert Handwerkstraditionen in Aachen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die aktuellen Herausforderungen Deutschlands als eine Phase "tiefgreifender Umbrüche" beschrieben. Bei einer Veranstaltung in Aachen räumte er die Belastungen ein, denen sich das Land gegenübersieht, und rief gleichzeitig zu Standhaftigkeit auf. Seine Äußerungen fielen im Rahmen der Entgegennahme einer Auszeichnung des Westdeutschen Bäckerinnungsverbands, der ihm für seine Unterstützung des traditionellen Handwerks ehrte.
Merz erhielt den Großen Stutenkerl – eine renommierte Auszeichnung, die sein Engagement für das Bäckerhandwerk und das Handwerkswesen insgesamt würdigt. In seiner Dankesrede lobte er die Backerzunft für die Bewahrung regionaler Traditionen und ihre Bereicherung der lokalen Kultur. Zudem betonte er die übergeordnete Bedeutung des deutschen Mittelstands, der familiengeführten Betriebe und der handwerklichen Berufe für die nationale Identität.
Bei derselben Veranstaltung würdigte Borussia Dortmunds Präsident Hans-Joachim Watzke Merz’ Verständnis für das Handwerk. Später bezeichnete Watzke das Amt des Kanzlers als "den härtesten Job, den die Bundesrepublik zu vergeben hat", und fügte hinzu, dass es dafür "eine Prise Masochismus" brauche, um solche Verantwortung zu tragen. Merz ging in seinen Ausführungen auf die drängenden Probleme Deutschlands ein, darunter die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Belastungen der Sozialsysteme sowie die sich wandelnden Anforderungen an die Außen- und Sicherheitspolitik. Er verwies auf die historische Rolle der Zuwanderung für den Erfolg des Ruhrgebiets und stellte sie als zentralen Faktor für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Region dar. Trotz der Herausforderungen warnte er vor Pessimismus und rief die Bürger dazu auf, die gegenwärtige Situation mit Entschlossenheit zu meistern – ähnlich wie frühere Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Auszeichnung des Kanzlers und seine anschließenden Aussagen unterstreichen seinen Fokus auf Tradition, Handwerkskunst und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Sein Appell an den Optimismus erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über die Zukunft Deutschlands. Die Ehrung durch die Bäckerinnung signalisiert zudem die enge Verbindung zwischen der politischen Führung und dem handwerklichen Sektor des Landes.