Meerbusch erhöht Grundsteuer B drastisch – was das für Hausbesitzer bedeutet
Iwona KohlMeerbusch erhöht Grundsteuer B drastisch – was das für Hausbesitzer bedeutet
Grundbesitzer in Meerbusch müssen bald mit einer deutlichen Erhöhung der Grundsteuer B rechnen. Der Stadtrat hat eine Anhebung des Hebesatzes von 425 auf 680 beschlossen. Die Verantwortlichen bezeichnen den Schritt als notwendig, räumen jedoch ein, dass er die finanzielle Belastung für die Bürger spürbar erhöhen wird.
Die Steuererhöhung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Haushaltsprobleme in Meerbusch. Ein zentraler Faktor ist die anstehende Kreisumlage 2026, die den acht Kommunen im Rhein-Kreis Neuss voraussichtlich zusätzliche Kosten von rund 45 Millionen Euro bringen wird. Da Meerbusch zudem ähnliche Forderungen vom Kreis Viersen zu bewältigen hat, muss die Stadt nun ihr Budget anpassen, um die Mehrausgaben zu stemmen.
Der neue Satz stellt einen markanten Anstieg gegenüber früheren Werten dar. Zwischen 1997 und 2010 lag der Hebesatz konstant bei 400. Selbst nach der ertragsneutralen Grundsteuerreform stieg er nur leicht auf 425 an. Die aktuelle Erhöhung fällt dagegen deutlich stärker aus.
Bürgermeister Christian Bommers und Stadtkämmerer Christian Volmerich verteidigten die Entscheidung. Die zusätzlichen Einnahmen – geschätzt auf 18,7 Millionen Euro – seien unverzichtbar, um Infrastrukturprojekte zu finanzieren und die Haushaltsstabilität der Stadt zu sichern, argumentierten sie. Gleichzeitig erkennen sie an, dass die Maßnahme Immobilienbesitzer stark belasten wird.
Die Steuererhöhung tritt im kommenden Jahr in Kraft und soll dem Haushalt von Meerbusch Millionen einbringen. Während die Grundbesitzer die Kosten tragen, will die Stadt ihre Finanzen konsolidieren und zukünftige Investitionen absichern. Die Anpassung spiegelt die übergeordneten finanziellen Herausforderungen wider, vor denen viele Kommunen in der Region stehen.