Maurizio Cattelan gewinnt den neuen Preis der Nationalgalerie Berlin 2026
Doris DowergMaurizio Cattelan gewinnt den neuen Preis der Nationalgalerie Berlin 2026
Der Preis der Nationalgalerie Berlin hat seinen Preisträger für 2026 bekannt gegeben: Maurizio Cattelan, einen weltweit anerkannten Künstler mit engen Bezügen zur Stadt. Diese Entscheidung markiert eine Neuausrichtung des Preises, der nun etablierte Persönlichkeiten statt aufstrebende Talente unter 40 ehrt. Die Änderung hat Diskussionen ausgelöst – besonders vor dem Hintergrund der anhaltenden Kürzungen im Kulturbereich in Deutschland.
Ursprünglich wurde der Preis der Nationalgalerie Berlin ins Leben gerufen, um junge Künstler:innen in Deutschland zu fördern. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Namen wie Elmgreen & Dragset, Monica Bonvicini, Cyprien Gaillard und Anne Imhof. 2024 änderte der Preis sein Format und zeichnete erstmals mehrere Künstler:innen gleichzeitig aus, um den Wettbewerbsdruck zu verringern.
Cattelan prägte Berlin erstmals 2006 nachhaltig, als er die 4. Berliner Biennale mitkuratierte. Sein provokanter, ironischer Ansatz zog internationale Aufmerksamkeit auf sich, etwa mit der Ausstellung Not So Far Away in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule, die Werke von Ólafur Elíasson und Tino Sehgal zeigte. Später festigte sein 2011 gestartetes Magazinprojekt Toilet Paper mit Pierpaolo Ferrari seinen Einfluss weiter. Aktuelle Ausstellungen wie Not Afraid of the Dark in der Berlinischen Galerie (2024) unterstreichen seine anhaltende Präsenz in der Stadt.
Die Vergabe des Preises 2026 an Cattelan spiegelt die neue Ausrichtung auf Künstler:innen wider, die Berlins kulturelle Identität geprägt haben. Seine geplante Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie wird sein Schaffen in einem neuen Kontext zeigen. Doch die Entscheidung, eine etablierte Größe wie Cattelan statt jüngere Talente zu würdigen, wirft Fragen auf – insbesondere in einer Zeit, in der die Förderung von Kunst und Kultur zurückgefahren wird.
Cattelans Auszeichnung unterstreicht Berlins Rolle als Zentrum für experimentelle Kunst. Der Preis rückt künftig Künstler:innen mit internationaler Strahlkraft und einer langfristigen Verbindung zur Stadt in den Fokus. Seine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie bietet die Gelegenheit, sein Werk aus einer neuen Perspektive zu betrachten.