Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft entgegen
Doris DowergMaria Kalesnikava nimmt Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft entgegen
Maria Kalesnikava, eine Schlüsselfigur der prodemokratischen Proteste in Belarus 2020, hat den Internationalen Karlspreis endlich persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung war ihr bereits 2022 zuerkannt worden, als sie noch unter dem Regime von Alexander Lukaschenko inhaftiert war. Ihre Freilassung Ende 2025 folgte hochrangigen Verhandlungen – nun konnte sie die Ehrung im März in Deutschland annehmen.
Kalesnikavas Einsatz für die Demokratie begann 2020, als Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos ausbrachen. Sie entwickelte sich zu einer der bekanntesten Figuren der Opposition, organisierte Demonstrationen und forderte freie Wahlen. Im September desselben Jahres wurde sie in Minsk festgenommen.
2021 verurteilte ein Gericht sie zu elf Jahren Zwangsarbeit. Trotz ihrer Haft würdigte das Karlspreis-Direktorium 2022 ihren Mut. Der Preis, eine der ältesten und renommiertesten Auszeichnungen Europas, ehrt Persönlichkeiten, die sich für Einheit und demokratische Werte einsetzen.
Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025, nachdem Vermittler aus der Regierung von Donald Trump mit den belarussischen Behörden verhandelt hatten. Mit politischem Asyl in Deutschland reiste sie im März 2026 nach Aachen, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Die Feierlichkeiten betonten ihren anhaltenden Kampf und die europäische Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus.
Die Veranstaltung in Aachen unterstrich zudem die breite Unterstützung für Freiheit auf dem gesamten Kontinent. Kalesnikavas Anwesenheit sendete eine klare Botschaft: Widerstand gegen Autoritarismus und der Einsatz für demokratischen Wandel bleiben unverzichtbar.
Nach Jahren in Haft lebt Kalesnikava nun in Deutschland. Ihre verspätete Annahme des Karlspreises markiert einen seltenen Moment der Anerkennung für die belarussische Opposition. Die Zeremonie bekräftigt Europas Entschlossenheit, demokratische Prinzipien gegen Unterdrückung zu verteidigen.