04 February 2026, 20:49

Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Revolte

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Revolte

In der nordrhein-westfälischen AfD tobt ein Machtkampf. Zwei Herausforderer, Fabian Jacobi und Christian Zaum, kandidieren gemeinsam gegen den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz. Ihr Vorstoß hat tiefe Gräben innerhalb der politischen Partei offenbart.

Der Führungsstreit erhält Unterstützung von prominenten Parteimitgliedern, darunter Vincentz' eigene Stellvertreter sowie ein Bundestagsabgeordneter. Doch interne Querelen und frühere Kontroversen werfen weiterhin Schatten auf den Wahlkampf.

Fabian Jacobi und Christian Zaum haben sich zusammengeschlossen, um Vincentz herauszufordern. Ihr gemeinsames Ticket wird von Gegnern des Amtsinhabers unterstützt, darunter auch Vincentz' beiden Stellvertretern in der Landtagsfraktion. Der rechtspopulistische Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich hat sich ebenfalls hinter das Duo gestellt.

Jacobi gilt seit Langem als polarisierende Figur in der politischen Partei. Ihm wurde mitverantwortlich die Ausgrenzung der AfD bei der Bremer Senatswahl 2023 angelastet, nachdem interne Konflikte eskaliert waren. Zaum wiederum hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, darunter ein Parteiausschlussverfahren. Berichten zufolge soll er einst neue Mitglieder blockiert haben, um seine eigene Gruppierung an der Macht zu halten.

Kritiker werfen Vincentz vor allem in Personalangelegenheiten inkonsistentes Handeln vor. Die Behandlung des Falls Klaus Esser hat sich zu einem Zankapfel entwickelt, wobei Gegner dem Vorsitzenden Doppelstandards vorwerfen. Unklar bleibt jedoch, wie die Unterstützer von Jacobi und Zaum in anderen Landesverbänden der politischen Partei deren Herausforderung aktiv gefördert haben.

Die internen Machtkämpfe haben den nordrhein-westfälischen Landesverband zerrüttet. Während die Herausforderer auf Veränderung drängen, zeigen sich die innerparteilichen Spannungen ungebrochen.

Das Ergebnis der Vorstandswahl wird entscheiden, ob Vincentz im Amt bleibt oder ob Jacobi und Zaum die Führung übernehmen. Doch unabhängig vom Ausgang hat der Streit die Geschlossenheit der politischen Partei im Land bereits geschwächt.

Der Machtkampf wird die Fähigkeit der politischen Partei auf die Probe stellen, interne Konflikte zu lösen. Vincentz' Zukunft hängt davon ab, ob seine Kritiker genug Rückhalt für Jacobi und Zaum mobilisieren können. Das Ergebnis könnte auch beeinflussen, wie die politische Partei künftig mit ihren Spannungen in anderen Bundesländern umgeht.

Bisher gibt es keine klaren Belege dafür, wie die Unterstützer der Herausforderer in anderen Landesverbänden ihre Bemühungen koordiniert haben. Doch der Machtkampf hat bereits die anhaltenden Probleme der politischen Partei mit Einheit und Disziplin offengelegt.