Lünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Gedenkspaziergang und 69 Stolpersteinen
Irmtraut BeckerLünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Gedenkspaziergang und 69 Stolpersteinen
Rund 100 Menschen versammelten sich am 27. Januar in Lünen zu einem Gedenkspaziergang anlässlich des bundesweiten Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Die von der Initiative Stolpersteine Lünen, dem Stadtmuseum und örtlichen Gästeführern organisierte Veranstaltung ehrte die Verfolgten der NS-Zeit mit einer Route zu historischen Schauplätzen. Startpunkt war der evangelische Friedhof an der Kirchhofstraße, wo Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eine Eröffnungsrede hielt. Sie erinnerte an die Befreiung von Auschwitz und betonte die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur als fortwährende gesellschaftliche Verpflichtung. Die Teilnehmer folgten einer Strecke, die unter anderem an der Viktoriaschule, dem Hauptbahnhof und mehreren Stolpersteinen vorbeiführte. In Lünen erinnern 69 dieser Gedenksteine an Menschen, die während der NS-Diktatur aus der Region deportiert wurden. Die Gruppe machte zudem Halt am Holocaust-Mahnmal an der Lippe, wo Vertreter der beteiligten Organisationen historische Hintergründe und lokale Biografien vorstellten. Das Lünen-Süd-Blasorchester begleitete den Gang musikalisch. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Treffen im Gemeindezentrum St. Georg, wo die Organisatoren die hohe Beteiligung lobten. Künftig soll der Gedenkspaziergang als jährliche Tradition etabliert werden. Die Veranstaltung unterstrich Lünens Engagement, die Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit 69 Stolpersteinen im Stadtgebiet sorgt die Initiative dafür, dass lokale Schicksale der Verfolgung sichtbar bleiben. Organisatoren und Teilnehmer betonten einhellig die Notwendigkeit, sich weiterhin mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte auseinanderzusetzen.