27 January 2026, 02:49

Laumanns scharfe Kritik am Apothekenversorgungsgesetz vor Bundesratsdebatte

Der Eingang einer Apotheke mit einem "Apotheke"-Schild links, einer Tafel mit Text rechts und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

Laumanns scharfe Kritik am Apothekenversorgungsgesetz vor Bundesratsdebatte

Bundesrat berät am Freitag über Apothekenversorgungsstärkungsgesetz

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat im Vorfeld scharfe Kritik am aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes geübt. Er moniert, dass zentrale Fragen – darunter eine faire Einspeisevergütung und die Aufsicht über Apotheken – weiterhin ungelöst seien.

Laumann lehnte das bestehende Pauschalvergütungssystem für Apotheker ab und forderte stattdessen eine verhandelte Lösung. Zudem betonte er die Notwendigkeit eines einheitlichen Vergütungsmodells, das von allen Landesapothekerkammern und Verbänden getragen wird. Auch Bayern, Sachsen und Thüringen hatten sich für klare, bundesweit geltende Regeln zur Abrechnung von Apothekenleistungen im Gesetzesentwurf ausgesprochen.

Zweifel äußerte der Minister auch an den Plänen, die Vorschriften für Filialapotheken zu lockern. Eine solche Liberalisierung könnte seiner Ansicht nach das Prinzip der persönlichen Leitung durch Apotheker aushöhlen. Darüber hinaus kritisierte Laumann das Fehlen einer Aufsichtsbehörde für Versandapotheken als gravierende Lücke. Langfristig plädierte er für ein dezentraleres Reisensystem für Arzneimittel, das die Resilienz stärkt und die Abhängigkeit von zentralen Verteilstrukturen verringert. Nordrhein-Westfalen setzt sich zudem für eine schlankere Apothekenbetriebsordnung ein, die sich auf Kernanforderungen konzentriert und überflüssige Bürokratie abgebaut.

Trotz der Kritik bringt der Entwurf in einem Punkt Fortschritte: Er zielt darauf ab, den Wettbewerb zwischen Präsenzapotheken und Versandhandelsapotheken fairer zu gestalten.

Die Debatte am Freitag wird zeigen, ob der Bundesrat den vorliegenden Entwurf annimmt oder Nachbesserungen fordert. Laumanns Einwände spiegeln eine breitere Forderung nach klaren Regelungen zu Vergütung, Aufsicht und Apothekenbesitz wider. Eventuelle Änderungen könnten die Arzneimittelversorgung und -regulierung in Deutschland maßgeblich prägen.