08 June 2026, 02:18

Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven durch spektakuläre Sprengung abgerissen

Uniper sprengt Kühlturm für wasserstoffbereites Kraftwerk in Scholven

Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven durch spektakuläre Sprengung abgerissen

Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch kontrollierte Sprengung abgerissen

Am 6. September 2025 wurde ein gewaltiger Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die Detonation markierte einen wichtigen Meilenstein im Plan des Energieunternehmens Uniper, den ehemaligen Kohlestandort in einen modernen Energieknotenpunkt umzuwandeln. Über 60 Kilogramm Sprengstoff brachten die Konstruktion im Rahmen eines umfassenden Rückbauprogramms zu Fall.

Die Abrissarbeiten hatten bereits im April 2024 mit der Stilllegung des Kohleblocks im Kraftwerk Scholven begonnen. Uniper arbeitete eng mit Behörden, der Stadt Gelsenkirchen, dem Netzbetreiber Amprion und ansässigen Unternehmen zusammen, um die Sicherheit während der Sprengung zu gewährleisten. Die Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprengmittel GmbH leitete die Aktion.

Der Einsturz des Turms erzeugte rund 11.000 Tonnen Betonschutt. Statt das Material abzutransportieren, wird Uniper es vor Ort recyceln, um die durch den Abriss entstandenen Baugruben aufzufüllen. Dieses Vorgehen reduziert Abfall und unterstützt die Neugestaltung des Geländes.

Dr. Lars Wiese, der Werksleiter, bezeichnete die Sprengung als Symbol für den Wandel Scholvens hin zu Dekarbonisierung, Energiesicherheit und Zukunftsfähigkeit. Auf dem freigeräumten Gelände soll ein wasserstofftaugliches Gaskraftwerk entstehen, das vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Weitere Abrissarbeiten sind geplant: 2025 folgen das Kesselhaus F und die REA-Anlage, 2026 sind zusätzliche Maßnahmen vorgesehen.

Dr. Martin Hein, bei Uniper für den Rückbau verantwortlich, bestätigte den Zeitplan. Das Unternehmen strebt an, den Übergang von der Kohle zu einer saubereren Energieinfrastruktur in den kommenden Jahren abzuschließen.

Der kontrollierte Abriss ebnet den Weg für ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk am Standort Gelsenkirchen. Unipers schrittweises Vorgehen sorgt für möglichst geringe Beeinträchtigungen und nutzt die Materialien für künftige Bauvorhaben weiter. Das Projekt steht im Einklang mit den übergeordneten Bestrebungen, die Energieerzeugung zu modernisieren und die CO₂-Emissionen zu senken.

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