02 February 2026, 10:30

Krebssterblichkeit in NRW: Warum Städte wie Herne und Bonn so unterschiedlich betroffen sind

Eine Säulen diagramm, das den prozentsatz von menschen zeigt, die mit krebs diagnostiziert wurden, aufgeteilt nach altersgruppe.

Fast jeder Vierte stirbt an Krebs - Krebssterblichkeit in NRW: Warum Städte wie Herne und Bonn so unterschiedlich betroffen sind

Krebs bleibt in Nordrhein-Westfalen eine der häufigsten Todesursachen und ist für etwa jeden vierten Sterbefall verantwortlich. Im Jahr 2024 starben über 51.000 Einwohner an der Krankheit, obwohl die Gesamtsterblichkeitsrate in den letzten zehn Jahren leicht zurückgegangen ist. Neue Daten zeigen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Städten – in einigen Regionen sank die Zahl der Krebstoten stärker als in anderen.

Die landesweite Krebssterblichkeit lag 2024 bei 284 Todesfällen pro 100.000 Einwohner und damit niedriger als noch vor einem Jahrzehnt, als der Wert bei 293 lag. Trotz dieser Verbesserung bestehen weiterhin regionale Disparitäten. Herne verzeichnete mit 345 Todesfällen pro 100.000 Einwohner die höchste Rate, während Bonn mit 218 die niedrigste aufweisen konnte.

Am häufigsten starben Männer (30 %) und Frauen (27,2 %) an Tumoren des Verdauungssystems. An zweiter Stelle standen bösartige Neubildungen der Atmungsorgane, gefolgt von Brustkrebs bei Frauen (16,5 %) und Krebs der männlichen Geschlechtsorgane bei Männern (12 %). Das durchschnittliche Sterbealter von Krebspatienten lag 2024 bei 75,3 Jahren.

In den vergangenen zehn Jahren verzeichneten Städte mit traditionell hoher Krebssterblichkeit wie Gelsenkirchen und Duisburg Rückgänge von 12 bis 15 %. Gleichzeitig blieben Regionen mit niedrigeren Raten – darunter Bonn und Münster – stabil oder wiesen nur geringfügige Rückgänge von 5 bis 8 % auf. Experten führen diese Unterschiede auf divergierende sozioökonomische Bedingungen sowie die Wirksamkeit lokaler Präventionsprogramme zurück.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen im Kampf gegen Krebs in Nordrhein-Westfalen. Zwar ist die Sterblichkeitsrate insgesamt gesunken, doch die regionalen Unterschiede zeigen, dass einige Gemeinden stärker von Präventionsmaßnahmen profitieren als andere. Die Daten unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Strategien, um die Ungleichheiten bei den Krebsfolgen im Land zu verringern.