17 June 2026, 18:23

Krankengeld-Debatte: Soll es 2025 Karenztage ohne Lohnfortzahlung geben?

Gesunde Führung statt krankgeschrieben

Krankengeld-Debatte: Soll es 2025 Karenztage ohne Lohnfortzahlung geben?

Eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse (TK) hat eine Debatte über Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und betriebliche Gesundheit entfacht. Zwei Drittel der Befragten lehnten Kürzungen beim Krankengeld ab und sprachen sich stattdessen für bessere Arbeitsbedingungen aus. An der Diskussion beteiligen sich Politiker, Forscher und Wirtschaftsvertreter.

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Der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg schlug vor, ab 2025 bis zu drei „Karenztage“ einzuführen. Damit würde die Lohnfortzahlung bei kurzen Krankheitsfällen vorübergehend ausgesetzt. Doch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann warnte vor diesem Vorhaben und verwies auf negative Erfahrungen aus der Vergangenheit.

TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas argumentierte, dass eine Reduzierung des Krankengelds lediglich dazu führe, dass Erkrankungen hinausgezögert und die Fehlzeiten verschlimmert würden. Das ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung brachte die Lohnfortzahlung mit höheren Kurzzeiterkrankungen in Verbindung und heizte die Debatte weiter an. Die Personalexpertin Magdalena Rogl kritisierte den Fokus auf das Krankengeld und bezeichnete Fehlzeiten als komplexes Problem, das am besten durch Vertrauen und eine unterstützende Unternehmenskultur gelöst werde.

Immer mehr Unternehmen setzen auf einfühlsame Führung und gesündere Arbeitsumfelder. Mitarbeiter erwarten zunehmend, dass ihre gesundheitlichen Bedürfnisse ernst genommen werden – was wiederum die Bindung an den Arbeitgeber stärkt. Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt diesen Wandel hin zu einer gesundheitsfördernden Unternehmenskultur. Die Einführung von Karenztagen würde jedoch einen gesetzlichen Rahmen erfordern, da Unternehmen dies nicht in Eigenregie umsetzen können.

Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Ansichten zu Lohnfortzahlung und betrieblicher Gesundheit sind. Während einige für politische Reformen plädieren, betonen andere die Vorteile von Vertrauen und verbesserten Arbeitsbedingungen. Die Diskussion bleibt vorerst offen – konkrete gesetzgeberische Schritte sind derzeit nicht geplant.

Quelle