Kontroverses Luxusresort: Albanien gewährt Kushner-Firma Sonderrechte im geschützten Vjosa-Delta
Doris DowergKontroverses Luxusresort: Albanien gewährt Kushner-Firma Sonderrechte im geschützten Vjosa-Delta
Albanien gewährt Unternehmen mit Kushner-Verbindungen Sonderstatus für Luxusresort in geschütztem Delta – Proteste und Umweltbedenken
Albanien hat einem Unternehmen mit Verbindungen zu Jared Kushner einen Sonderstatus für den Bau eines Luxusresorts in einem geschützten Delta eingeräumt. Der Schritt hat Proteste ausgelöst und Sorgen über Umwelt- und Rechtsschutzmaßnahmen verstärkt. Gleichzeitig steht die Außenpolitik des Landes in der Kritik, da sie sich zunehmend an US-amerikanischen und israelischen Interessen orientiert.
Das Vjosa-Narta-Delta, Europas erster Nationalpark für Wildflüsse, ist Lebensraum seltener Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Nun plant Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, dort ein Milliardenprojekt mit Luxusresort. Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama hat den Investor zum „strategischen Partner“ erklärt – Berichten zufolge unter Verzicht auf Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen.
Die Bauarbeiten haben bereits begonnen und lösten lokale Proteste aus. Demonstranten hielten pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte hoch, um gegen das Vorhaben zu protestieren. Die EU hatte Albanien bereits wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit gewarnt und gedroht, Erweiterungsgelder zurückzuhalten, sollte sich die Transparenz nicht verbessern.
Auch in der Außenpolitik rückt Albanien näher an die USA und Israel. Das Land schloss sich Trumps „Friedensgipfel“ an, entsandte Friedenssoldaten in den Gazastreifen, und Rama hielt eine Rede vor Israels Knesset. Dies entspricht Israels „Peripherie-Strategie“, die Albaniens Adriastandort und proamerikanische Haltung nutzt.
Zudem beherbergt Albanien Tausende Mitglieder der Volksmudschaheddin (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die aus dem Irak umgesiedelt wurde. Rama instrumentalisiert die MEK, um den Iran anzuprangern und Teheran für innere Unruhen verantwortlich zu machen.
Trotz Umwelt- und Rechtsbedenken schreitet das Resortprojekt voran. Albaniens Annäherung an die USA und Israel prägt weiterhin seine internationale Rolle. Die EU könnte mit Forderungen nach mehr Rechenschaftspflicht in Regierung und Entscheidungsprozessen reagieren.
