17 January 2026, 13:45

Kirchenpräsident warnt vor Missbrauch des Glaubens durch Rechtsextreme und US-Evangelikale

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern von Menschen, mit dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Präses Latzel warnt vor politischer Missbrauch des Glaubens - Kirchenpräsident warnt vor Missbrauch des Glaubens durch Rechtsextreme und US-Evangelikale

Thorsten Latzel, Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat sich gegen die Vermischung von Religion und rechtsextremer Politik ausgesprochen. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der sich einige deutsche „christliche Influencer“ mit Parteien wie der AfD verbünden. Latzel kritisierte zudem den Missbrauch des Glaubens zur Rechtfertigung nationalistischer Politik in den USA und darüber hinaus.

Besonders hart ging Latzel mit evangelikalen Christen in den USA ins Gericht, die dem früheren Präsident Donald Trump bedingungslos die Treue halten. Er argumentierte, dass Trumps Darstellung als „messianischer Retter“ christliche Lehren verfälsche. Als Beispiel nannte er den US-Vizepräsidenten JD Vance, der theologische Argumente nutzt, um harte Migrationsmaßnahmen zu verteidigen.

In Deutschland warnte Latzel vor einem besorgniserregenden Trend, bei dem der Glaube für politische Zwecke instrumentalisiert werde. Er nannte dabei explizit AfD-Chefin Alice Weidel und verband sie mit einem Netzwerk „christlicher Influencer“, die rechtsextreme Ideologien verbreiten. Der Kirchenvertreter betonte, dass Jesus nicht als Legitimation für Nationalismus oder Imperialismus herangezogen werden dürfe. Zudem forderte er eine Abkehr von Aufrüstung und Wettrüsten. Stattdessen rief er Regierungen dazu auf, Mittel in den Kampf gegen den Klimawandel und die Armut umzulenken. Seine Äußerungen schlossen einen Appell ein, die Fähigkeit der Gesellschaften zur Friedenssicherung und Konfliktprävention neu aufzubauen.

Latzels Aussagen unterstreichen die wachsende Sorge über die Schnittmenge von Religion, Populismus und extremistischer Politik. Seine Kritik richtet sich nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen US-Evangelikale und deren Einfluss auf die Politik. Der Aufruf des Kirchenvertreters zu Frieden und Klimaschutz steht damit in klarem Gegensatz zu nationalistischen und militaristischen Agenden.