Kiesabbau in NRW: Warum die Rohstoffstudie für Zündstoff sorgt
Thies FreudenbergerKiesabbau in NRW: Warum die Rohstoffstudie für Zündstoff sorgt
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerium gab 2022 erstmals eine Rohstoffmonitoring-Studie in Auftrag. Die vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erstellte Untersuchung analysiert den zukünftigen Kiesbedarf in Deutschland. Nun hat der lokale Abgeordnete Schneider Fragen zu den Ergebnissen aufgeworfen und deren mögliche Auswirkungen auf die Kiesabbaupolitik hinterfragt.
Das RWI reichte bis zum 31. Dezember 2022 einen vorläufigen Entwurf des Monitoring-Berichts an das Ministerium ein. Vor der endgültigen Freigabe kann die Bundesregierung Überarbeitungen anfordern und weitere Akteure in die Prüfung der vorläufigen Erkenntnisse einbinden.
Laut Entwurf ist die Einführung eines Degressionsfaktors für die Landesplanung derzeit nicht ratsam. Als Hauptgründe werden die volatilen und hohen Rohstoffpreise genannt. Stattdessen wird eine weitere Marktbeobachtung empfohlen, bevor Flächennachweise für Kiesgruben reduziert werden. Schneider hat eine Kleine Anfrage eingereicht, um die Haltung des Entwurfs zur Degression und deren Folgen zu klären. Die hohe Nachfrage nach Kies – bei gleichzeitig begrenzten Alternativen wie Recycling – könnte zu einem verstärkten Abbau im Niederrheinischen Revier führen. Zudem prüft Schneider, ob Brancheninteressen den Monitoring-Prozess beeinflusst haben. Sein Ziel ist es, bundesweit nachhaltigere Abbaupraktiken durchzusetzen.
Die Studienergebnisse werden künftige Entscheidungen über die Ausweisung von Kiesabbaugebieten in Nordrhein-Westfalen prägen. Sollten die Empfehlungen übernommen werden, könnten Kürzungen bei Abbaustätten so lange verschoben werden, bis sich die Marktlage stabilisiert. Schneiders Anfrage und seine Forderungen nach Transparenz könnten zusätzlich dazu beitragen, wie das Land den Spagat zwischen Bedarf und ökologischer Verantwortung meistert.