KiBiz-Reform in NRW: Mehr Geld, aber unklare Personalpläne für Kitas
Thies FreudenbergerKiBiz-Reform in NRW: Mehr Geld, aber unklare Personalpläne für Kitas
Die schwarz-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat einen Entwurf zur Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vorgelegt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Betreuungsqualität und frühkindliche Bildung durch höhere Finanzmittel, besser qualifiziertes Personal und flexiblere Betriebsstrukturen zu verbessern. Doch zentrale Fragen zur Personalgewinnung und den Qualifikationsanforderungen bleiben in den aktuellen Plänen unklar.
Die Reform sieht vor, die Grundförderung für Kita-Träger ab dem 1. August 2027 jährlich um 200 Millionen Euro zu erhöhen. Zudem werden in den kommenden Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Euro für Investitionen bereitgestellt. Bereits der Haushalt 2026 enthält über sechs Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung, wobei extra Mittel für Personal und Systemstabilität vorgesehen sind.
Im Mittelpunkt der Änderungen stehen flexible Kern- und erweiterte Öffnungszeiten. Die Reform soll zudem Schließungszeiten verkürzen und den Fachkräftemangel durch gezielte Rekrutierungsmaßnahmen angehen. Ein praxisintegriertes Ausbildungsprogramm für Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinderpfleger wird im KiBiz verankert, doch konkrete Schritte zur Einstellung und Qualifizierung fehlen noch.
Der Entwurf entstand unter Beteiligung von Verbänden und ist nun in das Gesetzgebungsverfahren eingegangenen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Lucke bezeichnete die Reform als "wichtigen Schritt zu einer verlässlichen und hochwertigen Kinderbetreuung". Zudem bleiben Sonderzuschüsse für vor 2007 gegründete eingruppige Einrichtungen erhalten, um die Vielfalt der Trägerlandschaft zu bewahren.
Bei öffentlichen Veranstaltungen, etwa einer SPD-Diskussionsrunde am 10. Februar, wurden Rückmeldungen von Eltern, Fachkräften und Bürgern gesammelt. Dennoch betonen aktuelle Quellen, dass Herausforderungen wie der Personalmangel weiterhin bestehen – ohne dass die Pläne konkrete Lösungsansätze aufzeigen.
Die KiBiz-Reform verspricht mehr Geld, flexiblere Zeiten und bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Kita-Personal. Mit 1,5 Milliarden Euro für künftige Investitionen will die Landesregierung das System stabilisieren und Schließungen reduzieren. Doch ohne detaillierte Personalgewinnungsstrategien bleibt offen, wie der Fachkräftemangel in der Praxis überwunden werden soll.