17 March 2026, 02:18

Kerendia zeigt Durchbruch bei chronischer Nierenerkrankung – doch das Unternehmen kämpft um seine Zukunft

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Thermometers, das mit "Bayer Thermometer Patent No. 263,649" beschriftet ist.

Kerendia zeigt Durchbruch bei chronischer Nierenerkrankung – doch das Unternehmen kämpft um seine Zukunft

Eine neue klinische Studie hat vielversprechende Ergebnisse für Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD) geliefert. Das Medikament Kerendia (Wirkstoff Finerenon) erreichte in der FIND-CKD-Studie seine primären Ziele und zeigte messbare Verbesserungen im Vergleich zu einem Placebo. Gleichzeitig steht das dahinterstehende Unternehmen vor finanziellen Herausforderungen, während es eine entscheidende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im kommenden Jahr abwartet.

In der FIND-CKD-Studie wurde Finerenon bei Patienten mit CKD ohne Diabetes getestet. Nach 52 Wochen wiesen die Teilnehmer, die das Medikament einnahmen, einen langsameren Rückgang der Nierenfunktion auf. Ihre eGFR – ein Maß für die Filterleistung der Nieren – sank im Schnitt um 1,47 ml/min/1,73 m², während sie in der Placebo-Gruppe um 3,47 ml/min/1,73 m² zurückging. Der Unterschied war statistisch signifikant (p-Wert: 0,017).

Zudem reduzierte das Medikament den Proteinverlust im Urin, was sich in einem geometrischen Mittelwertverhältnis von 0,82 beim UACR (Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin) nach 52 Wochen zeigte (p = 0,015). Weniger Patienten unter Finerenon brachen die Behandlung aufgrund erhöhter Kaliumwerte ab (2,4 % vs. 0,7 % in der Placebo-Gruppe). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Medikament eine wertvolle Option für ein breiteres Spektrum von CKD-Patienten werden könnte.

Trotz dieser Fortschritte verzeichnete das Unternehmen im Jahr 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, während die Nettoverschuldung fast 30 Milliarden Euro erreichte. Rechtliche Belastungen durch anhängige Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup verschärften die Situation zusätzlich. Dennoch blieb die Pharmasparte stabil – gestützt durch aktuelle klinische Erfolge.

Am 1. April 2026 wird der US-Supreme Court über Warnhinweise für Roundup verhandeln. Eine Entscheidung, die bis Mitte Juni erwartet wird, könnte die finanzielle Zukunft des Unternehmens prägen. Ein günstiges Urteil in Kombination mit einer möglichen Zulassung von Kerendia für eine größere Patientengruppe könnte die Schuldenprobleme mildern und die Pläne unterstützen, in den nächsten zehn Jahren zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen.

Der Erfolg der Kerendia-Studie eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von CKD. Das anstehende Urteil des Supreme Court zu Roundup wird zudem entscheidend sein, ob das Unternehmen seine Finanzen stabilisieren kann. Gemeinsam werden diese Entwicklungen beeinflussen, inwieweit das Unternehmen in den kommenden Jahren neue Therapien für Patienten zugänglich machen kann.

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