27 June 2026, 12:15

Kaleb Erdmanns Debritz zeigt den brutalen Kampf ums Überleben im ländlichen Osten

Die große Versalzung

Kaleb Erdmanns Debritz zeigt den brutalen Kampf ums Überleben im ländlichen Osten

Kaleb Erdmanns neues Stück Debritz feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe

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Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat kürzlich das neue Drama Debritz des Autors Kaleb Erdmann Premiere gefeiert. Das Stück spielt in einem fiktiven Dorf in Ostdeutschland, das mit Niedergang und Verfall kämpft, und behandelt Themen, die auf deutschen Bühnen selten zu sehen sind – darunter Landflucht und Klimawandel.

Die Handlung spielt in Debritz, einem trostlosen Ort mit missratenen Ernten, ohne junge Einwohner und mit kaum noch Infrastruktur. Einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus, steht das Dorf heute symbolisch für die Herausforderungen strukturschwacher Regionen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren –, die mit dem Konflikt hadern, ob sie bleiben oder wegziehen sollen.

Die Handlung nimmt eine groteske Wendung, als Peggy und Maik beschließen, das Dorf in die Luft zu sprengen. Die letzte Szene deutet eine postapokalyptische Zukunft an und fordert das Publikum auf, sich mit heutigen Problemen auseinanderzusetzen. Für humorvolle Momente sorgen skurrile Figuren wie Barbarossa, ein unterirdisch lebender Eigenbrötler, und Candy the Candle, deren schrulliges Gebaren die Stimmung auflockert.

Kaleb Erdmann, 1991 in Witten geboren, hat das Stück als Mikrokosmos gesellschaftlicher Konflikte konzipiert. Die lebendige Darstellung des Ensembles konnte einige Schwächen des Drehbuchs ausgleichen. Gleichzeitig wirft das Stück erneut Fragen zum Stadt-Land-Gefälle in Deutschland und zu ökologischen Belastungen auf.

Die Premiere lenkt die Aufmerksamkeit auf oft vernachlässigte ländliche Probleme. Mit einer Mischung aus Satire und ernsthaften Themen hinterlässt Debritz beim Publikum eine klare Botschaft: Es braucht dringend Handlungswillen. Das fiktive, aber vertraute Dorf steht exemplarisch für die Schwierigkeiten, mit denen heute viele Gemeinden kämpfen.

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