15 January 2026, 02:11

Immer mehr Apotheken in Deutschland schließen – Versorgungslücken drohen zu wachsen

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneikosten sparen' lautet.

Immer mehr Apotheken in Deutschland schließen – Versorgungslücken drohen zu wachsen

Apotheken in ganz Deutschland schließen weiter im stetigen Tempo – viele Gemeinden verlieren lokale Versorgungsstellen

Zu Beginn dieses Jahres sank die Gesamtzahl der Apotheken in Deutschland um 2,8 Prozent auf 16.601. Damit haben Patienten zunehmend weitere Wege zurückzulegen, um ihre Rezepte einzulösen, während die Versorgungslücken immer größer werden.

Von der Entwicklung sind einige Regionen besonders stark betroffen. Im Stadtgebiet Aachen schlossen 2025 fünf Apotheken endgültig ihre Türen, ohne dass neue eröffnet wurden. Der Kreis Viersen verlor vier Standorte – ebenfalls ohne Ersatz. In Düsseldorf und Duisburg gab es jeweils sechs Schließungen, allerdings eröffnete in beiden Städten jeweils eine neue Apotheke. Nur der Kreis Heinsberg verzeichnete einen Nettozuwachs mit einer Neueröffnung und keinen Schließungen.

Bis Ende letzten Jahres meldete die Apothekerkammer Nordrhein einen Nettoverlust von 43 Apotheken – ein Rückgang um 2,2 Prozent im Vergleich zu 2023. Die Kammer fordert die Bundesregierung auf, die Apothekenvergütungen zu erhöhen, und warnt, dass die seit Jahren stagnierenden Einnahmen die langfristige Arzneimittelversorgung gefährden. Die verbleibenden Apotheken müssen größere Gebiete mit weniger Personal versorgen, was die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft. Doch der Entwurf für die Apothekenreform, den das Kabinett am 17. Dezember verabschiedete, sieht keine höheren Vergütungen vor. Diese Lücke steht im Widerspruch zu früheren Zusagen der CDU/CSU- und SPD-Koalition, die im Koalitionsvertrag eine Anhebung der Festbeträge (Fixum) vereinbart hatte. Ohne finanzielle Anpassungen dürfte sich der Schließungstrend fortsetzen.

Die anhaltende Abnahme der Apotheken bedeutet für Patienten längere Wege zu lebenswichtigen Dienstleistungen. Da keine Erhöhung der Vergütungen in Aussicht ist, wird die finanzielle Belastung für die verbleibenden Apotheken weiter steigen. Die Warnungen der Kammer unterstreichen das Risiko weiterer Schließungen – sofern die Politik nicht gegensteuert.