IMK verschiebt Entscheidung zu Pyrotechnik in Fußballstadien auf den Herbst
Irmtraut BeckerIMK verschiebt Entscheidung zu Pyrotechnik in Fußballstadien auf den Herbst
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, weitere Maßnahmen gegen Pyrotechnik in Fußballstadien vorerst zurückzustellen. Das Thema soll nun auf der Herbstkonferenz erörtert werden. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hatte sich wiederholt für strengere Regelungen ausgesprochen.
Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale trotz des Einsatzes von Pyrotechnik nicht abgebrochen hatte. Er argumentierte, dass Spiele bei solchen Vorfällen unterbrochen werden müssten, da einige Fans Regeln nur dann respektierten, wenn sie konsequent durchgesetzt würden.
Der Minister forderte zudem von den Vereinen, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. Zu seinen Vorschlägen gehören die Durchsuchung von Ultra-Fanräumen und der Ausbau der Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden. Die Vereine entgegneten jedoch, dass lückenlose Kontrollen nicht umsetzbar seien.
Ein vertraulicher Bericht der IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ stuft Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsherausforderungen ein. Die Gruppe diskutiert derzeit konstruktiv über die Ahndung von Verstößen, räumt aber ein, dass es keine Patentlösung gebe. Ein zentrales Problem bleibe die einheitliche Sanktionierung – dennoch hat die IMK vorerst auf neue Maßnahmen verzichtet.
Die Debatte über Pyrotechnik in Stadien geht ohne unmittelbare Konsequenzen weiter. Die IMK wird sich im Herbst erneut mit dem Thema befassen, während Vereine und Verantwortliche uneins über die Umsetzung bleiben. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Suche nach wirksamen und praktikablen Lösungen, um die Sicherheit zu verbessern.
