28 June 2026, 14:16

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen kolonialer Kritik und kulturellen Experimenten

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen kolonialer Kritik und kulturellen Experimenten

Das Humboldt Forum in Berlin – fünf Jahre zwischen Glanz und Kritik

Vor fünf Jahren eröffnete das Humboldt Forum in Berlin mit großen Ambitionen. Finanziert von vermögenden konservativen Spendern, sollte es preußischen Glanz im Herzen der Stadt wiederbeleben. Doch von Anfang an stand es in der Kritik, eher wie ein Palast als wie ein öffentlicher Raum zu wirken.

Heute beherbergt das Gebäude das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Ihre Präsenz hat heftige Debatten über geraubte Kulturgüter, Restitution und das Erbe kolonialer Gewalt ausgelöst.

Das kulturelle Programm des Forums setzt sich mit globalen Themen auseinander – oft in groß angelegten Performances. Sarah Ama Duahs Werk to build to bury to remember hinterfragt die koloniale Perspektive, indem es Objekte als lebendige, autonome Körper behandelt. Doch die Wirkung dieser Veranstaltungen wird häufig von der erdrückenden Größe des Gebäudes überschattet.

Trotz des anspruchsvollen Angebots besteht das Publikum vor allem aus Touristen. Die lokale Beteiligung bleibt zögerlich, und das Fehlen von Begegnungsstätten in der Nähe lässt Besucher nach Veranstaltungen oft ohne weitere Optionen zurück. Das Humboldt Forum ringt noch immer darum, sich in das Berliner Kulturleben einzufügen. Zwar stößt sein Programm auf Interesse, doch die räumliche Dimension und der Fokus auf Touristen erschweren tiefere Verbindungen. Die Debatten, die es ausgelöst hat, sichern ihm jedoch eine zentrale Rolle in den Diskussionen über Kunst und Geschichte.

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