09 January 2026, 16:58

Hans-Jochen Wagner kämpft um das alte Kreuzberg – und gegen die Gentrifizierung

Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.

Hans-Jochen Wagner kämpft um das alte Kreuzberg – und gegen die Gentrifizierung

Hans-Jochen Wagner, bekannt vor allem als Kommissar Friedemann Berg im Tatort, lebt seit fast 25 Jahren in Berlins Kreuzberg. Der Schauspieler, der in den 1990er-Jahren in den Stadtteil zog, erlebt nun, wie dessen einzigartiger Charakter unter dem Druck steigender Mieten und Gentrifizierung verblasst.

Wagner ließ sich zunächst in Kreuzberg nieder, als der Kiez noch ein Refugium für Künstler, Studierende und Menschen mit schmalem Budget war. Damals zog die bezahlbare Lebensweise eine bunte, wenn auch fragile Gemeinschaft an. Im Laufe der Jahre beobachtete er, wie explodierende Lebenshaltungskosten das Viertel umformten – langjährige Bewohner verdrängten und das kulturelle Gesicht veränderten.

Politisch engagiert, unterstützt Wagner die Grünen und spricht offen über die Notwendigkeit, soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Sein Leben in Berlin teilt er mit seiner Frau, der Schauspielerin und Regisseurin Nana Neul. Gemeinsam erlebten sie mit, wie sich Kreuzberg von einer bohèmehaften Enklave zu einem teuren, weniger inklusiven Stadtteil wandelte. Vor der Kamera verkörpert Wagner seit 2017 Kommissar Berg in der Tatort-Reihe aus dem Schwarzwald. Abseits des Sets jedoch liegt sein Fokus auf den Veränderungen in seinem eigenen Kiez – einem Ort, den er einst wegen seiner Offenheit und Kreativität als Zuhause schätzte.

Wagners Sorgen spiegeln einen größeren Trend in Berlin wider, wo die Gentrifizierung historische Viertel weiterhin umgestaltet. Seine jahrzehntelange Verbindung zu Kreuzberg unterstreicht, wie steigende Kosten und Bebauung die Vielfalt aushöhlen, die den Stadtteil einst prägte. Bis heute setzt er sich lautstark dafür ein, was von dessen ursprünglichem Geist noch übrig ist, zu bewahren.