14 February 2026, 01:03

Händler in Hagen stoppt Showrooming mit 25-Euro-Beratungsgebühr – und es funktioniert

Ein volles Walmart-Geschäft mit Einkaufstüten tragenden Kunden und Einkaufswagen, umgeben von Warenpräsentationen, Schildern und Deckenleuchten.

Händler in Hagen stoppt Showrooming mit 25-Euro-Beratungsgebühr – und es funktioniert

Ein kleiner Händler in Hagen geht ungewöhnliche Wege, um Kunden vom 'Showrooming' abzuhalten: Das Fachgeschäft Schulranzen Kranz erhebt nun eine Gebühr von 25 Euro für persönliche Beratungstermine – und das mit Erfolg. Die meisten Kunden kaufen nach Zahlung der Gebühr tatsächlich im Laden ein.

Inhaberin Stefanie Kranz führte die Beratungsgebühr ein, nachdem sie beobachtet hatte, dass viele Besucher ausführlich Rat suchten, die Produkte dann aber woanders kauften. Jeder Termin dauert zwischen 45 und 60 Minuten, in denen das Personal individuelle Empfehlungen gibt. Die Termine können Kunden vorher über die Website des Händlers buchen.

Die 25 Euro werden erstattet, wenn der Kunde nach der Beratung im Geschäft kauft. Laut Kranz entscheiden sich über 90 Prozent der Gebührenzahler anschließend für einen Kauf vor Ort – ein Zeichen dafür, dass die Maßnahme jene abschreckt, die nur kostenlose Beratung nutzen wollen.

Während Schulranzen Kranz mit dieser direkten Lösung arbeitet, setzen andere deutsche Händler auf unterschiedliche Strategien gegen das Showrooming. Viele bieten Preisgarantien, exklusive Rabatte für Vor-Ort-Käufe oder Treueprogramme an, um Kunden zum Kauf zu bewegen. Einige haben auch ihre Online-zu-Offline-Dienste ausgebaut: Kunden können Produkte digital bestellen und später im Geschäft abholen.

Doch nicht jedes Unternehmen kann es sich leisten, Beratungsgebühren zu erheben. Ob eine solche Regelung eingeführt wird, hängt oft davon ab, ob der Betrieb sie umsetzen kann, ohne Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Die 25-Euro-Beratungsgebühr bei Schulranzen Kranz hat zeitraubende Besuche reduziert, ohne die hohe Kaufabschlussquote zu beeinträchtigen. Größere Händler hingegen setzen auf Anreize und Bequemlichkeit, um zu verhindern, dass Kunden sich beraten lassen und dann woanders kaufen. Die verschiedenen Ansätze zeigen, wie Unternehmen sich auf unterschiedliche Weise an veränderte Kaufgewohnheiten anpassen.