28 January 2026, 13:20

Grüne-Ministerin Josefine Paul gibt nach Solingen-Kritik überraschend auf

Ein Mann in einem blauen Blazer, weißem Hemd und blauer Krawatte spricht in ein Mikrofon vor einem blauen Hintergrund, identifiziert als der Premierminister des Vereinigten Königreichs durch den Text am unteren Rand des Bildes.

Grüne-Ministerin Josefine Paul gibt nach Solingen-Kritik überraschend auf

Familienministerin Josefine Paul tritt zurück

Die Ministerin für Migration und Familie, Josefine Paul, hat ihr Amt niedergelegt. Die Politikerin der Grünen stand unter wachsendem Druck wegen ihres Umgangs mit dem Messerangriff in Solingen und einer parlamentarischen Untersuchung. Ihr Rücktritt markiert eine plötzliche Zäsur in der Führung der Regierung.

Paul gab ihren Rücktritt nach wochenlanger Kritik aus der Opposition und der Öffentlichkeit bekannt. Anfangs hatten sie und ihre Partei betont, es gebe keinen Anlass für Vorwürfe. Doch mit zunehmender Prüfung wurde klar, dass ihre Position nicht mehr haltbar war.

Sie räumte ein, die unter ihrer Verantwortung gemachten Fehler nicht mehr korrigieren zu können. Die Anforderungen des Krisenmanagements hätten sie überfordert, sodass kaum Raum für eine Erholung blieb. Politische Beobachter stellten fest, dass ihr Abgang zwar schnell erfolgte, aber längst überfällig war.

Noch am Morgen der Rücktrittsankündigung wurde Verena Schäffer als ihre Nachfolgerin benannt. Schäffer, derzeitige Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen, übernimmt nun die Zuständigkeit für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flüchtlinge und Integration. Der Übergang verlief reibungslos, doch die Schnelligkeit der Übergabe unterstrich die Dringlichkeit der Lage.

Mit Pauls Rückzug entfällt eine zentrale Figur aus dem Fokus des Untersuchungsausschusses. Diese Veränderung könnte es der Untersuchung ermöglichen, sich auf die Kernfragen zu konzentrieren, statt auf ihre Führung. Dennoch trägt die Bilanz der Regierung nun ein sichtbares Zeichen der Instabilität.

Die Opposition hat bereits Fragen zur künftigen Ausrichtung der Grünen in Bezug auf die Kanzlerin aufgeworfen. Einige vermuten, die Partei könnte ihre Position neu bewerten, nachdem die CDU jüngst Zuwächse verzeichnete.

Der Rücktritt lässt die Regierung auf wackligerem Boden zurück. Mit Schäffer an der Spitze wird das Ministerium Vertrauen zurückgewinnen und offene Fragen klären müssen. Die Folgen von Pauls Abgang könnten die politischen Dynamiken in den kommenden Monaten neu prägen.