GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten politischer Gruppen schließt
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen politischer Gruppen in die Kritik
Die GLS Bank steht massiv in der Kritik, nachdem sie Konten politischer Organisationen gekündigt hat – darunter auch der linksgerichteten Vereinigung Rote Hilfe. Die Entscheidung löste landesweite Proteste aus und führte zu einem offenen Brief der Initiative „Stop Debanking“, die argumentiert, dass der Entzug des Bankenzugangs die gesellschaftliche Teilhabe massiv einschränkt. Trotz des Gegenwinds genießt die Bankführung weiterhin starke Rückendeckung durch ihre Mitglieder.
Der Streit eskalierte, als die GLS Bank die Konten der Roten Hilfe schloss, woraufhin die Organisation umgehend rechtliche Schritte einleitete. Ein Gericht erließ später eine einstweilige Verfügung, die die Sparkasse Göttingen verpflichtete, die Konten der Gruppe vorläufig offen zu halten. Die GLS Bank betonte indes, ihre Entscheidungen seien allein auf rechtliche und regulatorische Vorgaben zurückzuführen – politische Motive wies sie zurück. Die Geschäftsführung führte Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Transaktionen vermeiden könnten, die Compliance-Warnungen auslösen.
Auf der Mitgliederversammlung in Bochum sprachen die Anwesenden der Bankführung dann das Vertrauen aus: Von 720 Teilnehmenden stimmten 676 geschlossen für eine Entlastung der Führungsetage. Auch der Aufsichtsrat, dem die scheidende Vorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath angehört, erhielt eine deutliche Mehrheit. Allerdings muss sich das Führungsteam nun ohne Aysel Osmanoğlu organisieren, die bisher als Sprecherin fungierte.
Die Kampagne „Stop Debanking“, unterstützt von zahlreichen Organisationen, warnt, dass Kontosperren politische und zivilgesellschaftliche Gruppen zum Schweigen bringen könnten. Die Proteste nahmen an Fahrt auf, als Aktivist:innen mehr Transparenz forderten und ein Ende der willkürlichen finanziellen Ausgrenzung verlangten.
Zwar hat die GLS-Führung die Vertrauensabstimmung überstanden, doch die Debatte um die Kontoschließungen geht weiter. Die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank bleiben vorerst aktiv, während die gerichtliche Anordnung der Sparkasse Göttingen zumindest vorübergehend Entlastung verschafft. Die Bank beharrt darauf, dass ihr Vorgehen den Bankgesetzen entspricht – Kritiker:innen hingegen sehen darin eine Bedrohung für die freie Teilhabe am öffentlichen Leben.
