Gewalt und Pyrotechnik-Missbrauch im Fußball erreichen neuen Höchststand in 2024/25
Irmtraut BeckerGewalt und Pyrotechnik-Missbrauch im Fußball erreichen neuen Höchststand in 2024/25
Gewalt und Pyrotechnik-Missbrauch im Fußball nehmen in der Saison 2024/2025 stark zu – trotz Fortschritten bei der Sicherheit
Trotz einiger Verbesserungen im Bereich der Sicherheit ist die gewaltbereite Fan-Kultur und der missbräuchliche Einsatz von Pyrotechnik in der Saison 2024/2025 deutlich angestiegen. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) analysierte 2.683 Spiele in den deutschen Ligen und kam zu einem gemischten Fazit: Während die Zahl der verletzten Einsatzkräfte und Zuschauer zurückging, nahm der illegale Gebrauch von Bengalos und anderen Pyrotechnik-Artikeln um über 70 Prozent zu.
Der ZIS-Bericht zeigt eine besorgniserregende Zunahme gefährlichen Verhaltens. Verstöße gegen das Pyrotechnik-Verbot stiegen auf 4.783 Fälle – ein Anstieg um 73 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Gleichzeitig gingen Zuwiderhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz um 35 Prozent zurück, mit 468 registrierten Vorfällen.
Auch Fan-Gewalt bleibt ein Problem: Rund 18.000 Personen aus 53 Vereinen wurden als gewaltbereit eingestuft – 280 mehr als im Vorjahr. Dennoch sank die Zahl der Verletzten. Insgesamt wurden bei Spielen der ersten drei Ligen 1.107 Menschen verletzt, 17,2 Prozent weniger als zuvor. Darunter befanden sich 624 Unbeteiligte und 160 Polizeibeamte – bei Letzteren ein Rückgang um 48 Prozent.
Die Polizeiarbeit zeigte ambivalente Ergebnisse. Strafverfahren in Zusammenhang mit Liga- und DFB-Pokal-Spielen gingen um 22 Prozent auf 5.197 Fälle zurück. Gleichzeitig verringerte sich der Gesamtaufwand der Polizei um 8,8 Prozent auf 2,62 Millionen Einsatzstunden. Die Zuschauerzahlen stiegen hingegen: Fast 33 Millionen Fans besuchten die Stadien in allen Wettbewerben – ein Plus von 15 Prozent.
Die Saison war geprägt von gegensätzlichen Entwicklungen: Während Pyrotechnik-Missbrauch und gewalttätige Tendenzen unter Fans zunahmen, deuten weniger Verletzte und ein reduzierter Polizeieinsatz auf Fortschritte hin. Die Behörden werden im kommenden Jahr voraussichtlich den Fokus auf die Eindämmung von Bengalos und aggressivem Verhalten legen.






