08 February 2026, 10:41

Gegenprotest in Münster-Coerde übertrifft AfD-Kundgebung um das Siebenfache

Ein Plakat, das eine Gruppe von Menschen zeigt, einige bewaffnet, die zwischen Gebäuden mit aufsteigendem Rauch stehen, mit der Beschriftung "New York - Der Kampf zwischen Aufständischen und Miliz" unten.

Gegenprotest in Münster-Coerde übertrifft AfD-Kundgebung um das Siebenfache

Rechtsextreme AfD-Kundgebung in Münster-Coerde mit rund 60 Teilnehmern – Gegenprotest zieht fast 450 Menschen an

Bei einer Kundgebung der rechtsextremen AfD in Münster-Coerde am Samstag versammelten sich etwa 60 Teilnehmer, darunter der Landespressesprecher der Partei. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung, organisiert von lokalen antifa-gruppen, fast 450 Menschen an, die gegen den AfD-Aufmarsch protestierten. Die Spannungen in der Region haben seit der Wahl 2022 zugenommen, wobei die Ablehnung gegen die Präsenz der AfD im Stadtteil immer stärker wird.

Die AfD-Veranstaltung begann um 10 Uhr am Hamannplatz, wo Parteimitglieder und Anhänger ihre politischen Ziele darlegten. Unter ihnen war Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters, der die AfD unterstützt. Er argumentierte, Deutschland brauche grundlegende Veränderungen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik, und kritisierte, dass ältere Bürgerinnen und Bürger Flaschen sammeln müssten, um über die Runden zu kommen, während Milliarden ins Ausland flössen – etwa in die Ukraine und nach Israel.

Die Gegenproteste unter den Mottos "Keinen Zentimeter den AfD news" und "Coerde ist bunt" hatten bereits eine Stunde früher begonnen. Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin und Mitglied der letzteren Initiative, beteiligte sich an der Demonstration gegen die AfD-Kundgebung. Die Polizei hielt die beiden Gruppen strikt voneinander getrennt und verhinderte so direkte Auseinandersetzungen.

Die jüngste Veranstaltung spiegelt einen größeren Trend in Münster wider, wo der Widerstand gegen die AfD seit 2022 an Fahrt aufgenommen hat. Allein im vergangenen Jahr gab es eine Großdemonstration mit 20.000 Teilnehmenden. Kritiker stufen die AfD weiterhin als reaktionär und faschistisch ein – was die anhaltenden Proteste in der Region weiter anheizt.

Während die AfD-Kundgebung mit geringer Beteiligung verlief, überstieg die Zahl der Gegenprotestierenden diese deutlich. Durch polizeiliches Eingreifen kam es zu keinen Zusammenstößen, da die beiden Lager räumlich getrennt blieben. Das Ereignis unterstreicht die tiefen politischen Gräben in Münster-Coerde, wo die Ablehnung der AfD nach wie vor stark und gut organisiert ist.