Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird
Thies FreudenbergerHaarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird
Friseurpreise in Deutschland steigen stark – Branche im Umbruch
Die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Preise für Damenhaarschnitte kletterten um 28 Prozent, während Herren- und Kinderfrisuren seit 2020 sogar um 31 Prozent teurer wurden. Hinter dem Anstieg stecken höhere Löhne, steigende Energiekosten und die allgemeine Inflation – Faktoren, die die Branche grundlegend verändern.
Traditionelle Friseursalons sehen sich zunehmend der Konkurrenz durch Barbiershops gegenüber, die in den Städten immer häufiger vertreten sind und oft günstigere Preise verlangen. Doch es gibt Bedenken, ob diese Betriebe die gleichen Ausbildungsstandards erfüllen wie etablierte Friseure.
2024 zählte Deutschland 80.363 eingetragene Friseurbetriebe, wobei Barbiershops etwa ein Fünftel davon ausmachten. Ihr Wachstum fällt mit einem Rückgang der formalen Ausbildung zusammen: Die Zahl der Friseur-Azubis sank von 23.540 im Jahr 2014 auf nur noch 13.509 im Jahr 2023, auch wenn die Zahlen 2024 leicht wieder anstiegen. Zudem steigt der Männeranteil in der Branche – mittlerweile stellen sie über ein Drittel der neuen Auszubildenden.
Die Preisdifferenzen zwischen Salons und Barbiershops sind spürbar: Ein Damenhaarschnitt inklusive Waschen und Föhnen kostet im Schnitt 54 Euro, während Männer etwa 33 Euro zahlen. Dennoch geben die meisten Kunden eher moderate Beträge aus: 28 Prozent bezahlen zwischen 15 und 29 Euro pro Besuch, 20 Prozent liegen zwischen 30 und 49 Euro.
Der Umsatz der Branche erreichte 2024 geschätzte 7,67 Milliarden Euro. Doch die Prognosen für 2025 deuten auf einen Rückgang hin, da weniger Kunden Termine buchen. Steigende Kosten und veränderte Gewohnheiten setzen sowohl traditionelle Salons als auch neue Konkurrenten unter Druck.
Die Friseurbranche in Deutschland verändert sich rasant. Höhere Preise, weniger Auszubildende und der Aufstieg der Barbiershops prägen, wie Menschen sich die Haare schneiden lassen. Da der Umsatz 2025 voraussichtlich sinken wird, müssen sich die Betriebe auf knapper kalkulierte Budgets und neue Kundenerwartungen einstellen.






