Evonik-Aktie unter Druck: Berenberg stuft auf „Verkaufen“ herab und warnt vor Markt-Überangebot

Evonik-Aktie unter Druck: Berenberg stuft auf „Verkaufen“ herab und warnt vor Markt-Überangebot
Evonik Industries gerät unter zunehmenden Druck, nachdem die Privatbank Berenberg die Aktie auf "Verkaufen" herabgestuft hat. Der deutsche Chemiekonzern kämpft mit strukturellen Herausforderungen, darunter ein drohendes Überangebot in seinem wichtigsten Markt für Methionin. Anleger beobachten die Entwicklung nun genau, während der Aktienkurs nahe einem 52-Wochen-Tief notiert.
Am 7. Januar 2023 stufte Berenberg die Evonik-Aktie von "Halten" auf "Verkaufen" zurück und senkte das Kursziel von 14,60 Euro auf 11,60 Euro. Die Bank warnte, dass weitere Abwärtsrisiken den Aktienkurs noch stärker belasten könnten. Analysten prognostizieren zudem, dass die operativen Erträge für 2026 und 2027 deutlich hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben werden.
Kernproblem ist die aggressive Ausweitung der Methionin-Produktion in China. Bis Anfang der 2030er-Jahre planen chinesische Hersteller, die Kapazitäten um 1,5 Millionen Tonnen zu erhöhen – ein globaler Anstieg um 50 Prozent. Diese Expansion übersteigt die lokale Nachfrage um das 2,5-Fache und droht, den Markt zu überschwemmen und die Preise zu drücken. Evonik, einer der größten Akteure in diesem Sektor, verzeichnet bereits Preiskorrekturen nach den früheren Erhöhungen in den Jahren 2021 und 2022.
Vorstandschef Christian Kullmann steuert mit dem Restrukturierungsprogramm „Evonik Tailor Made“ gegen. Dazu gehört die Ausgliederung der Infrastruktur-Sparte in die neu gegründete SYNEQT GmbH. Doch Analysten halten drastischere Maßnahmen – etwa eine mögliche Zerschlagung des Konzerns – für notwendig, um den strukturellen Gegenwinden zu begegnen. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 63 signalisiert der Markt tiefes Misstrauen gegenüber der aktuellen Strategie des Unternehmens.
Das einst lukrative Methionin-Geschäft von Evonik steht angesichts der chinesischen Überkapazitäten unter massivem Druck. Die hohe Bewertung, die schwache Ertragsprognose und der fallende Aktienkurs unterstreichen die Dringlichkeit für entschlossenes Handeln. Anleger warten nun ab, ob die Umstrukturierungsbemühungen der Führung ausreichen werden, um die Performance zu stabilisieren.

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