27 March 2026, 00:24

Erster Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizei im Großeinsatz

Große Gruppe von Menschen bei einer Straßendemonstration gegen Atomkraft in Deutschland, mit Transparenten und Fahnen, Fahrzeugen auf der rechten Seite, Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einem Tor weiter unten auf der Straße.

Erster Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizei im Großeinsatz

Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall traf in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in Ahaus ein. Der Transport war der erste von 152 geplanten Lieferungen vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager. Vor der Anlage versammelten sich Demonstranten, während die Polizei die Aktion unter strenger Beobachtung begleitete.

Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr und legte 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen zurück. Während der Fahrt, die kurz nach Mitternacht in Ahaus endete, gab es keine Zwischenfälle. Rund 2.400 Beamte waren im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten – eine Maßnahme, die Patrick Schlüter als schlecht getimed und unnötige Belastung der Ressourcen kritisierte.

Die Ankunft löste Proteste aus, die an die Demonstrationen vor 28 Jahren erinnerten, als der erste große Atomtransport in Ahaus eintraf. Diesmal verhandelten Organisatorinnen wie Hanna Poddig mit der Polizei, um es Protestierenden zu ermöglichen, mit dem Fahrrad anzureisen. Poddig argumentierte, dass Deutschlands fehlendes Endlager für atomaren Abfall alle solchen Transporte stoppen sollte, bis eine Lösung gefunden sei.

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Innenminister Herbert Reul äußerte, dass sich die Bevölkerung durch die wiederholten Transporte an die Vorgänge gewöhnen könnte. Künftig könnten bis zu drei Castor-Behälter gleichzeitig transportiert werden. Unterdessen warf Alexander Vogt von der SPD der Landesregierung vor, keine neuen Zwischenlagerstandorte in Jülich geprüft zu haben – die aktuellen Transporte hätten so vermieden werden können.

Der erste von 152 geplanten Castor-Transporten verlief ohne Störungen, doch die Debatte über die Atommüllpolitik geht weiter. Die massive Polizeipräsenz und die öffentlichen Proteste zeigen die anhaltenden Spannungen um Deutschlands Zwischenlagerstrategie. In den kommenden Monaten werden weitere Transporte erwartet.

Quelle