Düsseldorfs umstrittenes Drogenkonsumzentrum spaltet Oberbilk zwischen Sicherheit und Protesten
Iwona KohlDüsseldorfs umstrittenes Drogenkonsumzentrum spaltet Oberbilk zwischen Sicherheit und Protesten
Düsseldorf treibt trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung die Pläne für ein neues Drogenkonsumraum-Zentrum im Stadtteil Oberbilk voran. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohnhaus in der Eisenstraße eröffnet werden soll, wird den kontrollierten Konsum von Drogen unter Aufsicht ermöglichen – ein Teil der städtischen Sicherheitsinitiative. Anwohner und Vertreter zweier benachbarter Schulen äußern Bedenken wegen der Nähe zu Wohngebieten und Bildungseinrichtungen.
Das Projekt ist Teil des Programms 'Sicherheit im Bahnhofsumfeld' (SiBu), das den offenen Drogenkonsum im Umfeld des Hauptbahnhofs eindämmen soll. Durch die Verlegung des Konsums in einen kontrollierten Raum hoffen die Verantwortlichen, die öffentliche Sicherheit zu verbessern. Das Zentrum orientiert sich am 'Zürcher Modell' und erlaubt den Konsum sowie kleinere Transaktionen in Innenräumen und einem angrenzenden Außenbereich.
Für die Sicherheit sorgen vor Ort Fachpersonal, Sozialarbeiter und medizinisches Personal, während Polizei und Ordnungsdienste die Umgebung überwachen, um Dealerei und Störungen zu verhindern. Die Stadt hat zudem bauliche Anpassungen zugesagt, um die Einsehbarkeit zu reduzieren und die Informationssicherheit zu erhöhen. Dennoch verließen viele Teilnehmer einer Bürgerversammlung frustriert den Raum – sie kritisierten fehlende Klarheit über Abläufe und Schutzmaßnahmen.
Befürworter, darunter Drogenhilfeorganisationen, betonen, dass zentral gelegene Einrichtungen entscheidend sind, um gefährdete Konsumenten zu erreichen. Eine Online-Petition gegen die Pläne hat jedoch bereits fast 1.900 Unterschriften gesammelt. Kritiker warnen, die Gegend leide bereits unter drogenbedingter Kriminalität. Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 25 bis 30 ähnliche Einrichtungen in Großstädten, doch die Debatte über deren Wirkung hält an.
Trotz anhaltender Widerstände soll das Zentrum bald eröffnet werden. Die Behörden versichern, die Maßnahmen würden den Drogenkonsum eindämmen und Betroffenen Hilfe anbieten. Gleichzeitig wehren sich Anwohner und Schulen weiterhin gegen das Vorhaben – aus Sorge vor einer Zunahme harter Drogen in ihrem Viertel.