Duisburger Schüler inszenieren historischen NS-Prozess in ökumenischem Gedenkgottesdienst
Thies FreudenbergerDuisburger Schüler inszenieren historischen NS-Prozess in ökumenischem Gedenkgottesdienst
Ökumenischer Gottesdienst in Duisburg: Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
Am 25. Januar 2025 findet um 16:00 Uhr in der Salvatorkirche in Duisburg ein ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung markiert den 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht eine historische Inszenierung durch Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums, die im Rahmen der Gedenkfeier einen Prozess der 1960er-Jahre nachstellen werden.
Der Gottesdienst wird von lokalen religiösen und zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert, um das Gedenken an den Holocaust wachzuhalten. Im Fokus steht der Prozess gegen Johannes Kühnemann, einen NS-Täter, dem während des Krieges mehrfacher Mord vorgeworfen wurde. Die unter dem Titel „ZeitZeugenBühne“ stehende Nachstellung rekonstruiert den Duisburger Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965. Die Schüler übernehmen dabei zentrale Rollen: Anna Müller (Klasse 9b) als Anklägerin, Max Schmidt (9a) als Verteidiger sowie Lisa Weber (9c) und Tom Berger (9b) als Zeugen.
Die Pastoren Andreas Brocke und Martin Winterberg sowie Pfarrerin Sarah Süselbeck leiten den Gottesdienst. Als sachverständige Zeugin wird die Lehrerin Dr. Elena Fischer den historischen Kontext erläutern. Die Jugendlichen, deren Schule den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt, setzen sich mit der Frage „Wie hätte ich Recht gesprochen?“ auseinander – aus den Perspektiven von Opfern, Zeugen und Tätern. Ziel der Veranstaltung ist es, zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte anzuregen und die fortwährende Verantwortung des Erinnerns zu betonen.
Die Gedenkfeier verbindet religiöse Erinnerungskultur mit einer pädagogischen Prozessinzenierung. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich dabei unmittelbar mit den juristischen und moralischen Herausforderungen der Auschwitz-Prozesse. Die Veranstaltung unterstreicht, wie wichtig es ist, historisches Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben.