Dortmunds neuer Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung – trotz zersplittertem Stadtrat
Doris DowergDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung – trotz zersplittertem Stadtrat
Alexander Kalouti hat fast 100 Tage als Dortmunder Oberbürgermeister regiert – der erste CDU-Politiker in diesem Amt seit fast 80 Jahren. Geboren in Beirut als Sohn eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter, wuchs er im Süden Deutschlands auf, wo seine Eltern sich ein neues Leben aufbauten. Heute setzt er seine Prioritäten auf Sicherheit und Bildung.
Seine Amtsführung fällt in eine Zeit, in der der Dortmunder Stadtrat nach den Kommunalwahlen im September 2024 zersplittert bleibt. Ohne klare Mehrheit muss Kalouti sich durch wechselnde Bündnisse manövrieren, um seine Vorhaben durchzusetzen.
Kaloutis Herkunft prägt seine politischen Werte. Er ist überzeugt, dass Chancen für alle bestehen müssen – unabhängig von Herkunft oder Religion. Dieses Prinzip, so sagt er, stehe im Mittelpunkt seiner Arbeit als Oberbürgermeister.
Seit seinem Amtsantritt hat er eine einwöchige Pilotaktion gestartet, um die Präsenz von Polizei und Ordnungsdiensten in Dortmund zu verstärken. Die Initiative stieß bei Anwohnern und lokalen Unternehmen auf Zustimmung, die eine spürbare Verbesserung der Sicherheit in Problemgebieten feststellten.
Doch die Herausforderungen im Stadtrat bleiben. Nach der Wahl 2024 hält die SPD 21 Sitze, während CDU, Grüne, AfD und kleinere Parteien die restlichen Mandate unter sich aufteilen. Ohne stabile Mehrheit muss Kalouti für jedes Vorhaben neue Koalitionen schmieden. Bis Anfang 2026 hat dieser Ansatz zwar manche Entscheidungen verlangsamt, aber Fortschritte in den Bereichen Wohnungsbau, Infrastruktur und Haushaltskompromisse ermöglicht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildung. Kalouti fordert massive Investitionen in die frühkindliche Förderung und Schulen in Dortmund. Er verweist auf Personalmangel und den Bedarf an besserer Sprachförderung in einer vielfältigen Stadt. Frühkindliche Bildung sei entscheidend für langfristigen Erfolg, betont er.
In der Sicherheitspolitik lobt er Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen direkte Herangehensweise an Probleme. Gleichzeitig kritisiert er das Fehlen einer ehrlichen Debatte über die realen Herausforderungen, vor denen Städte heute stehen. Trotz des politischen Drucks schließt Kalouti eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD kategorisch aus – selbst wenn die Mehrheitsbeschaffung dadurch schwieriger wird.
Kaloutis erste Amtsmonate sind geprägt von pragmatischen Schritten in Sachen Sicherheit und Bildung. Sein klares Nein zur AfD zwingt ihn, immer wieder temporäre Bündnisse mit Grünen, CDU- und FDP-Fraktionen in Dortmund einzugehen. Der zersplitterte Stadtrat bremst zwar das Tempo, doch Kompromisse in Stadtentwicklung und Haushaltsfragen zeigen: Sein Kurs trägt erste Früchte.