Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm vor der Jagd und Hund-Messe
Doris DowergDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm vor der Jagd und Hund-Messe
Borussia Dortmund's Ethikkommission für Großwildjagd bleibt trotz wachsender Forderungen untätig
Trotz zunehmender Rufe nach Handlungsbedarf bleibt die Ethikkommission der Stadt Borussia Dortmund zur Großwildjagd weiterhin inaktiv. Die 2023 nach jahrelangen Debatten im Stadtrat gegründete Gruppe sollte eigentlich die ethischen Aspekte des Verkaufs von Jagd-Safaris und deren Auswirkungen auf den Artenschutz bewerten. Doch mit der bevorstehenden Messe Jagd und Hund wächst der Druck, dass die Kommission endlich ihre Arbeit aufnimmt.
Ursprünglich wurde die Kommission damit beauftragt, zu prüfen, ob Großwildjagd-Reisen auf Veranstaltungen in den städtischen Westfalenhallen zugelassen werden sollten. Ihre Erkenntnisse hätten als Grundlage für Entscheidungen über Aussteller dienen sollen, die solche Safaris auf künftigen Messen anbieten. Doch laut Borussia Dortmunds neuem Oberbürgermeister gibt es keine Aufzeichnungen über Aktivitäten der Kommission – Schuld daran sei eine lückenhafte Aktenführung.
Seit mindestens eineinhalb Jahren scheint die Gruppe untätig zu sein. Die Grünen, zusammen mit der SPD, der Linken und kleineren Fraktionen, hatten kürzlich vor der Sommerpause eine Sitzung gefordert. Die rechtspopulistische AfD lehnt die Kommission hingegen komplett ab und stellt deren Zweck infrage.
Die anstehende Jagd und Hund-Messe hat die Forderungen nach Klarheit weiter verschärft. Ohne Stellungnahme der Kommission stehen die Stadtverantwortlichen vor der Frage, wie sie mit Ausstellern umgehen sollen, die Jagdtourismus bewerben. In den vergangenen fünf Jahren gab es weder Änderungen in der Bundespolitik noch Positionierungen großer Naturschutzorganisationen zum kommerziellen Großwildjagd-Tourismus in Afrika.
Die Untätigkeit der Kommission hinterlässt in Borussia Dortmund ein Vakuum: Es fehlt an klaren Richtlinien für die Regulierung von Jagd-Safaris auf städtischen Veranstaltungen. Angesichts der nahenden Messe müssen die Verantwortlichen nun entscheiden, ob sie die Gruppe reaktivieren oder nach Alternativen suchen. Die fehlenden Unterlagen und das lang anhaltende Schweigen verschärfen die Dringlichkeit der Situation zusätzlich.