Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier Brüder nach tödlichem Polizeieinsatz
Doris DowergDortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier Brüder nach tödlichem Polizeieinsatz
In Dortmund formiert sich ein breites Bündnis, das sich für langfristige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse für zwei Brüder einsetzt, deren jüngerer Bruder bei einem Polizeieinsatz getötet wurde. Sidy und Lassana Dramé, 39 und 26 Jahre alt, leben seit zwei Jahren in der Stadt und unterstützen die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Bruders Mouhamed. Ihre aktuellen Aufenthaltstitel sind inzwischen abgelaufen, sodass sie trotz ihres Engagements in lokalen Projekten nicht legal arbeiten dürfen.
Mouhamed Lamine Dramé, 16 Jahre alt, starb am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz in Dortmunds Nordstadt. Nach 31 Verhandlungstagen wurden alle fünf beteiligten Beamten freigesprochen. Das Gericht begründete dies damit, dass der Einsatz tödlicher Gewalt notwendig gewesen sei, um einen vermeintlichen Suizidversuch zu verhindern. Der Fall löste Kritik aus, insbesondere wegen des Einsatzes von Pfefferspray gegen einen verzweifelten Jugendlichen, der sich mit einem Messer bedrohte.
Seitdem halten sich Sidy und Lassana Dramé in Dortmund auf, um das laufende Berufungsverfahren zu begleiten. Sidy, ein ausgebildeter Schneider, leitet ehrenamtlich eine wöchentliche Nähwerkstatt, während Lassana einem lokalen Künstler zur Hand geht. Beide dürfen jedoch nicht erwerbstätig sein, was ihre Existenzgrundlage stark einschränkt.
In einem offenen Brief, unterstützt von Politiker:innen, Anwält:innen und Gemeindemitgliedern, wird nun langfristige Sicherheit für die Brüder gefordert. Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum und Stadtkämmerer Jörg Stüdemann haben sich öffentlich für eine Verlängerung des Aufenthalts und die Erteilung von Arbeitserlaubnissen ausgesprochen. Die Migrationsanwältin Claire Deery argumentiert, dass das anhängige Berufungsverfahren ihren weiteren Aufenthalt rechtfertigt.
Die Stadt hat die Besonderheit des Falls anerkannt und prüft derzeit, ob erstmals Arbeitserlaubnisse für borussia dortmund erteilt werden können.
Die Entscheidung der Stadt wird darüber bestimmen, ob Sidy und Lassana Dramé legal in Dortmund bleiben und arbeiten dürfen. Ihre Unterstützer:innen betonen, dass die Verbindung der Brüder zur Gemeinschaft und der noch nicht abgeschlossene Rechtsprozess eine stabile Lösung erfordern. Eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.