Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und kontert Merz mit Witz und Weltraumvisionen
Thies FreudenbergerDorothee Bär erhält den Orden gegen Tierernst - Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und kontert Merz mit Witz und Weltraumvisionen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist bei einer Karnevalsveranstaltung in Aachen mit dem Orden gegen tödlichen Ernst ausgezeichnet worden. Die seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt Politikerinnen und Politiker, die Humor mit ihrem öffentlichen Wirken in Deutschland verbinden. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Schmidt.
In ihrer Dankesrede ging Bär auf aktuelle politische Debatten in Deutschland ein, darunter die umstrittenen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu Migration und städtischer Kultur. Zudem betonte sie die wachsende Rolle Deutschlands in der Weltraumforschung, die durch Investitionen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro für die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gestützt wird.
Die Preisverleihung fand im Rahmen einer lebhaften Karnevalssitzung statt, bei der Finanzminister Lars Klingbeil in einer Rede Bärs Fähigkeit lobte, Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit in der deutschen Politik zu verbinden. Er hob ihre positive Grundhaltung selbst in schwierigen Situationen hervor.
Bär nutzte die Gelegenheit, um auf die jüngsten Aussagen von Kanzler Merz zu Migration und "städtischen Landschaften" in Deutschland einzugehen. Merz hatte im Oktober 2025 zwar Fortschritte anerkannt, gleichzeitig aber betont, dass bestimmte Gruppen – insbesondere Migrantinnen und Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus oder Beschäftigung – nach wie vor Herausforderungen darstellten. Bär entgegnete: "Das Wort 'städtische Landschaft' spielt kaum eine Rolle, wenn die Weltsicht stimmt." Zudem merkte sie an, Merz habe mit Persönlichkeiten wie dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump "den richtigen Ton" getroffen, statt sich in bloße Schmeicheleien zu flüchten.
Zum Thema Raumfahrtpolitik unterstrich Bär das deutsche Engagement in Höhe von 5,4 Milliarden Euro für ESA-Programme. Diese Mittel kämen direkt der deutschen Industrie, mittelständischen Unternehmen und Start-ups zugute und stärkten die Position des Landes in der globalen Raumfahrtbranche. Zudem äußerte sie den Wunsch, dass eines Tages auch deutsche Astronautinnen und Astronauten den Mond erreichen könnten.
Mit einem Augenzwinkern scherzte Bär darüber, welcher Politiker sich am besten für eine Mondmission in Deutschland eignen würde – eine indirekte, in Reimform verpackte Spitze gegen Merz.
Der Orden gegen tödlichen Ernst hat einmal mehr eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gewürdigt, die Professionalität mit Witz in der deutschen Politik verbindet. Bärs Aussagen reichten von der Innenpolitik bis zu Deutschlands wachsenden Ambitionen im All. Die Veranstaltung unterstrich zugleich die Tradition, Führungskräfte zu ehren, die ihre amtlichen Pflichten mit Menschlichkeit in Deutschland verbinden.