17 January 2026, 23:45

DHL-Chef kritisiert mangelhafte Sendungsverfolgung und fordert strengere Paketregeln

Screenshot der USPS Priority Mail Seite mit Text "Priority Mail Now with Day Specific Delivery" und einer Karte, die den Dienstort zeigt.

DHL-Chef kritisiert mangelhafte Sendungsverfolgung und fordert strengere Paketregeln

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat die aktuelle Bearbeitung von Beschwerden über DHL Sendungsverfolgung als unzureichend kritisiert. Gleichzeitig forderte er strengere Gewichtsgrenzen für Sendungen – doch eine Unterstützung durch die Regierung bleibt ungewiss. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen weiterhin mit den Herausforderungen der digitalen Transformation und regulatorischen Hürden kämpft.

Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 gingen bei der Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden über die DHL Sendungsverfolgung der Deutschen Post ein. Meyer wies diese Zahlen jedoch als irreführend zurück, da sie keine detaillierten Angaben zu den Ursachen enthielten. Zudem betonte er, dass dem Unternehmen lediglich etwa fünf Prozent der Beschwerden überhaupt mitgeteilt würden – was Verbesserungen erheblich erschwere.

Der Vorstandsvorsitzende räumte auch operative Probleme ein: Im Sommer habe es bei DHL Lieferverzögerungen gegeben, die inzwischen zwar behoben seien. Doch die mangelnde Transparenz bei Beschwerden untergrabe das Vertrauen der Öffentlichkeit, warnte Meyer. Darüber hinaus verwies er auf strukturelle Branchenprobleme: Der klassische Briefversand gehe aufgrund der Digitalisierung zurück. Um sich anzupassen, habe DHL begonnen, Brief- und Paketzustellung zusammenzulegen. Dennoch blieben regulatorische Hindernisse bestehen.

Meyer setzte sich für eine Senkung der gesetzlichen Gewichtsgrenze für Sendungen von 31,5 auf 20 Kilogramm ein – mit Verweis auf Sicherheits- und Effizienzvorteile. Allerdings räumte er ein, dass keine der Koalitionsparteien diese Forderung bisher klar unterstütze, während sich einige Wettbewerber aktiv dagegenstellten. Auch in der Regierung herrsche Uneinigkeit, sodass Entscheidungen zu Gewichts- und Tarifregeln auf sich warten ließen.

Meyers Aussagen unterstreichen zwei zentrale Probleme: die Notwendigkeit einer besseren DHL Sendungsverfolgung und klarerer Vorschriften für Sendungen. Ohne detaillierteres Feedback bleibe der Spielraum für Verbesserungen bei DHL begrenzt. Gleichzeitig blockiert der fehlende politische Konsens Reformen bei den Gewichtsgrenzen – und verlängert so die Unsicherheit für die gesamte Branche.