Deutsche Telekom setzt auf KI-Gigafactory und revolutionäres Notfunksystem trotz Aktientiefs
Irmtraut BeckerDeutsche Telekom setzt auf KI-Gigafactory und revolutionäres Notfunksystem trotz Aktientiefs
Deutsche Telekom erweitert sein Portfolio über klassische Mobilfunkdienste hinaus – mit zwei großen Vorhaben. Das Unternehmen präsentierte ein bahnbrechendes Notfallkommunikationssystem und kündigte den Bau einer KI-„Gigafactory“ in Partnerschaft mit der Schwarz Gruppe an. Diese Schritte erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie des Konzerns nahe einem 52-Wochen-Tief notiert – trotz jüngster Aufwertungen durch Analysten.
Auf der PMRExpo in Köln stellte Deutsche Telekom eine weltweite Neuheit vor: eine Schnittstelle, die TETRA-Notfunkgeräte mit 5G-Netzen verbindet. Diese Technologie ermöglicht es älteren Funkgeräten, mit modernen 5G-Smartphones zu kommunizieren. Zudem erschließt sie erweiterte Funktionen wie Echtzeit-Drohnenbilder und Live-Gesundheitsüberwachung für Einsatzkräfte.
Gleichzeitig dringt das Unternehmen in den Bereich künstliche Intelligenz vor – mit einem ambitionierten „Gigafactory“-Projekt. Gemeinsam mit der Schwarz Gruppe (zu der Lidl und Kaufland gehören) und dem Investmentunternehmen Brookfield soll eine Hochleistungs-KI-Infrastruktur entstehen. Das Vorhaben umfasst 10.000 NVIDIA-Grafikprozessoren und könnte mit bis zu 20 Milliarden Euro finanziert werden, wobei die EU bis zu 35 Prozent der Mittel beisteuert. Damit positioniert sich Deutsche Telekom als zentraler Akteur in Europas Streben nach digitaler Souveränität.
Unterdessen zeigen Analysten neues Vertrauen in das US-Geschäft des Konzerns, das den Großteil der Gewinne erwirtschaftet. KeyBanc Capital Markets stuft T-Mobile US kürzlich von „untergewicht“ auf „sektorgewicht“ hoch. Dennoch liegt die Deutsche-Telekom-Aktie weiterhin über 23 Prozent unter ihrem Jahreshoch und wird bei 27,50 Euro gehandelt – ein Rückgang von 5,76 Prozent seit Januar.
Das neue Notfallkommunikationssystem und die KI-Gigafactory könnten dem Unternehmen erhebliche Einnahmequellen erschließen. Falls das US-Geschäft seinen Schwung hält und das Anlegervertrauen weiter wächst, könnte sich der Aktienkurs von seinen aktuellen Tiefständen erholen. Beide Projekte passen zudem in die größeren Bestrebungen, Europas digitale Infrastruktur und öffentliche Sicherheit zu modernisieren.