Deutsche Telekom gewinnt 30-Millionen-Klage gegen Meta wegen Netznutzungsgebühren
Iwona KohlRichterentscheid: Meta muss Telekom 30 Millionen Euro zahlen - Deutsche Telekom gewinnt 30-Millionen-Klage gegen Meta wegen Netznutzungsgebühren
Ein deutsches Gericht hat Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, verurteilt, an die Deutsche Telekom rund 30 Millionen Euro an ausstehenden Netznutzungsgebühren zu zahlen. Das Urteil beendet einen langjährigen Streit darüber, ob der Telekommunikationsriese Deutsche Telekom dem Meta-Tochterunternehmen Gebühren für den Datenverkehr über seine Infrastruktur in Rechnung stellen darf. Die Entscheidung schafft einen rechtlichen Präzedenzfall für ähnliche Fälle in ganz Europa.
Der Konflikt begann, als Metas Tochterfirma Edge Network 2021 die Zahlungen an die Deutsche Telekom für die Datenübertragung einstellte. Meta argumentierte, es habe keinen formalen Vertrag gegeben und der Netzbetreiber erfülle lediglich seine Verpflichtungen gegenüber den eigenen Kunden. Die Deutsche Telekom bestand jedoch darauf, für die Beförderung von Metas Datenverkehr eine Vergütung zu erhalten.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab der Deutschen Telekom recht und bestätigte damit ein früheres Urteil, während es gleichzeitig den Abrechnungszeitraum erweiterte. Dadurch erhöhte sich die Gesamtsumme auf etwa 30 Millionen Euro. Die Richter wiesen auch Metas Einwand zurück, die Deutsche Telekom besitze eine marktbeherrschende Stellung, und lehnten Vorwürfe des Missbrauchs auf beiden Seiten ab.
Das Gericht stellte fest, dass Meta seine Daten auch über andere Netzbetreiber hätte leiten können, sich jedoch dagegen entschieden habe. Stattdessen nutzte das Unternehmen weiterhin die Infrastruktur der Deutschen Telekom – ohne zu zahlen. Das Urteil unterstreicht das Prinzip, dass Telekommunikationsanbieter ein Recht darauf haben, für den Transport von Daten Gebühren zu erheben, selbst wenn kein expliziter Vertrag vorliegt.
Der Fall ist Teil einer größeren europäischen Debatte über "Fair-Share"-Beiträge. Telekommunikationsunternehmen fordern, dass US-Techkonzerne sich an den Kosten für die Netzwerkinfrastruktur beteiligen sollten, da deren Dienste die Nachfrage nach Internetzugang vorantreiben. Unternehmen wie Meta, Google und Amazon wehren sich jedoch gegen solche Forderungen, und europäische Politiker haben den Telekom-CEOs, die diese Änderung vorantreiben, bisher kaum Unterstützung signalisiert.
Das Urteil confirms, dass die Deutsche Telekom Zahlungen für die Netznutzung verlangen kann – selbst ohne vorherige Vereinbarung. Meta muss nun die 30 Millionen Euro begleichen, während die Branche gespannt auf mögliche Folgen achten wird. Der Fall könnte andere Telekommunikationsanbieter ermutigen, ähnliche Forderungen gegen große Technologiekonzerne geltend zu machen.