22 April 2026, 04:23

Deutsche Bahn in 400-Millionen-Skandal: Giftmüll statt grüne ICE-Werkstatt in Dortmund

Ein Zug fährt durch ein beschädigtes Gebiet mit Rauch, der aus ihm aufsteigt, umgeben von Strommasten und -leitungen, mit Hügeln und einem klaren Himmel im Hintergrund und verstreutem Schutt auf dem Boden.

Deutsche Bahn in 400-Millionen-Skandal: Giftmüll statt grüne ICE-Werkstatt in Dortmund

Die Deutsche Bahn baut in Dortmund für 400 Millionen Euro ein hochmodernes Instandhaltungswerk für ICE-Hochgeschwindigkeitszüge. Die für Mitte 2027 geplante Anlage soll bis zu 17 Züge täglich warten und wird als klimaneutrales Projekt beworben. Doch nun ist der Bau mit einem großen illegalen Abfallskandal in Verbindung gebracht worden.

Etwa 24.000 Tonnen belastete Erde wurden vom Gelände des Dortmunder Depots abtransportiert. Ermittler gehen davon aus, dass der Großteil davon statt fachgerecht entsorgt zu werden, illegal in zwei offenen Kiesgruben bei Kamp-Lintfort im Niederrheingebiet abgeladen wurde. Zwischen Februar und November 2024 verschwanden fast 1.000 Lkw-Ladungen von ihren vorgesehenen Routen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass für die Entsorgung des belasteten Materials an diesen Orten niemals eine offizielle Genehmigung erteilt wurde. Ein 63-jähriger Mann aus Unna, der als "stellvertretender Betriebsleiter" eines Recyclingunternehmens in Soest beschrieben wird, soll den illegalen Deal organisiert haben. Dem beteiligten Unternehmen wird vorgeworfen, durch die illegale Entsorgung rund 360.000 Euro eingenommen zu haben.

Der Fall wirft Fragen auf, wie die Deutsche Bahn die Abfallentsorgung auf ihren Baustellen überwacht. Die Behörden prüfen nun, ob ausreichende Kontrollen bestanden, um solche Verstöße zu verhindern.

Die Ermittlungen wegen der illegalen Abfallentsorgung laufen weiter, wobei sich die Staatsanwaltschaft auf das Recyclingunternehmen und dessen Mitarbeiter konzentriert. Der Skandal wirft ein schlechtes Licht auf die Umweltkonformität der großen Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn. Das Unternehmen hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie es die mutmaßlichen Versäumnisse im Abfallmanagement angehen will.

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