Berliner Buchstabenmuseum schließt – Neon-Schätze wie das *"Zierfisch"-Schild suchen neues Zuhause
Thies FreudenbergerBerliner Buchstabenmuseum schließt – Neon-Schätze wie das *"Zierfisch"-Schild suchen neues Zuhause
Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben und historische Schilder ausgestellt sind, wird bis Ende des Jahres seine Türen schließen müssen. Steigende Kosten und ein Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie haben die finanzielle Grundlage des Museums so stark geschwächt, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich ist. Zu den Schätzen der Sammlung zählt das ikonische Neon-Schild "Zierfisch", das jahrzehntelang eine Hochhausfassade in Friedrichshain erleuchtete.
Die Ausstellung umfasst Neonreklamen aus Berlin, Deutschland, Österreich und der Schweiz – darunter Stücke aus Läden, Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden. Ein besonderes Highlight ist das "Zierfisch"-Schild, das Anfang der 1980er-Jahre für einen Plattenbau am Frankfurter Tor entworfen wurde. Nach seinem Abbau entstand um 1999 eine Replik, während das Original in den Bestand des Museums aufgenommen wurde.
Die Gründerin und Leiterin Barbara Dechant sowie ein 120 Mitglieder zählender Verein haben das Museum über Jahre am Leben erhalten. Doch die finanziellen Schwierigkeiten zwingen nun zur Schließung. Das Team sucht derzeit nach einem neuen Lagerraum und einer Institution, die die Sammlung übernehmen könnte.
Dechant hofft auf eine Lösung, die sowohl ein Depot als auch die Möglichkeit umfasst, Teile – oder sogar die gesamte Sammlung – in zukünftigen Ausstellungen zu zeigen. Bis Dezember bleibt das Museum vorerst an seinem aktuellen Standort, doch ein neuer Standort steht noch nicht fest.
Die Schließung wirft Fragen zur Zukunft der Neonbuchstaben auf, doch es gibt Bemühungen, sie zu erhalten. Die Sammlung mit Entwürfen aus der DDR-Zeit und anderen historischen Stücken braucht dringend ein neues Zuhause. Ohne eine solche Perspektive könnte ein Stück leuchtender Geschichte für immer im Dunkeln verschwinden.