13 February 2026, 10:57

Berlin-Mitte plant radikale Umgestaltung seiner evangelischen Kirchen bis 2035

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Berlin-Mitte plant radikale Umgestaltung seiner evangelischen Kirchen bis 2035

Kirchenkreis Berlin-Mitte plant Umgestaltung seiner Gebäude bis Mitte der 2030er-Jahre

Der Evangelische Kirchenkreis Berlin-Mitte hat Pläne vorgestellt, seine Immobilien bis Mitte der 2030er-Jahre grundlegend umzugestalten. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte sollen nach 2035 nur noch sieben der aktuellen Standorte als Gottesdiensträume erhalten bleiben. Andere Gebäude werden für kulturelle oder gemeindliche Zwecke umgenutzt.

Die Vorschläge basieren auf einer Bewertung durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Hartmut Hoferichter, die die langfristige Tragfähigkeit jedes Objekts prüfte. Der Bericht unterteilt die Immobilien in drei klare Kategorien: solche, die für Gottesdienste erhalten bleiben, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die als Kirchen nicht mehr haltbar sind.

Vier Kirchen und drei Gemeindezentren bleiben nach 2035 für regelmäßige Gottesdienste geöffnet. Dazu gehören die Evangelische Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Dorper Kirche und die Evangelische Kirche Gräfrath sowie die Gemeindezentren Höhscheid, Wittenbergstraße und Schützenstraße/Ritterstraße. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte dem Team für die sorgfältige Vorbereitung.

Fünf Standorte – die Evangelische Kirche Merscheid, Widdert, Ketzberg, Zwinglistraße und die Lutherkirche – werden bis Mitte der 2030er-Jahre nicht mehr als Kirchen genutzt. Einige könnten stattdessen für Konzerte oder besondere Veranstaltungen dienen. Die Lutherkirche etwa soll künftig gelegentlich für Gottesdienste und kulturelle Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Ungewiss bleibt die Zukunft der City Church Mitte. Aufgrund ihrer zentralen Lage, guter Erreichbarkeit und vielfältiger Nutzung steht hier noch keine Entscheidung fest. Gleichzeitig sieht sich der Kirchenkreis bis zu den 2030er-Jahren mit einem Rückgang der Mittel um 50 Prozent konfrontiert – bei gleichzeitig schrumpfender Mitglieder- und Personalzahl.

Alle verbleibenden Gebäude müssen zudem das Ziel des Kirchenkreises erfüllen, bis 2035 klimaneutral zu werden. Dafür sind umfangreiche Sanierungen und Investitionen nötig. Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Pläne beraten, ob dann jedoch endgültige Beschlüsse fallen, ist noch unklar.

Die Vorschläge markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Berlin-Mitte Kirchenkreis. Bis Mitte der 2030er-Jahre wird nur noch die Hälfte der aktuellen Standorte im herkömmlichen Sinne genutzt, während andere neue Funktionen übernehmen. Die Veränderungen spiegeln sowohl finanzielle Zwänge als auch das Bekenntnis der Kirche zu Nachhaltigkeit wider.

Die endgültigen Entscheidungen hängen von weiteren Beratungen ab, darunter die Synode 2026. Der Kirchenkreis muss schrumpfende Ressourcen mit dem Bedarf nach zugänglichen, umweltfreundlichen Räumen für die Gemeinde in Einklang bringen.