26 January 2026, 12:51

Bergkamen plant Gaskraftwerk als Kohle-Ersatz mit Wasserstoff-Option für die Zukunft

Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Bergkamen plant Gaskraftwerk als Kohle-Ersatz mit Wasserstoff-Option für die Zukunft

In Bergkamen könnte bald ein neues Gaskraftwerk einen Teil des bestehenden Kohlekraftwerks ersetzen. Das für das Projekt verantwortliche Unternehmen Steag-Iqony hat die Planung vorangetrieben und wichtige Komponenten gesichert. Zudem wird der Standort bereits für einen späteren Umstieg auf „grünen“ Wasserstoff vorbereitet.

Die geplante Anlage soll direkt neben dem bestehenden Kohlekraftwerk in Bergkamen entstehen, das trotz seiner Rolle als Reservekraftwerk derzeit mit voller Leistung läuft. Steag-Iqony hat bereits Gespräche mit den lokalen Behörden geführt, Umweltverträglichkeitsprüfungen eingeleitet und essenzielle Bauteile für den Bau reserviert. Das Unternehmen sieht in der starken Energieinfrastruktur Bergkamens einen Wettbewerbsvorteil für die anstehende Bundesausschreibung.

Die Bundesregierung plant, den Bau von neuen Gaskraftwerken mit einer Gesamtleistung von 12 Gigawatt in Deutschland zu fördern. Nordrhein-Westfalen, das zum „netztechnischen Süden“ zählt, drängt auf eine Zuteilung von fünf Gigawatt, um den Ausstieg aus der Kohleverstromung abzufedern. Ein sogenannter „Süd-Bonus“ im Vergabeverfahren soll Standorte in Süddeutschland gegenüber denen in Nord- und Ostdeutschland bevorzugen. Allerdings stehen die genauen Auswahlkriterien für die Ausschreibungen noch aus – Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat sie bisher nicht veröffentlicht. Ohne diese Details können Steag-Iqony und andere Unternehmen ihre Angebote nicht finalisieren. Werkleiter Thorsten Koch hat sich indes hinter die Energiewende und den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle gestellt.

Die nächsten Schritte des Projekts hängen von den noch ausstehenden Ausschreibungsregeln der Bundesregierung ab. Bei Erfolg würde das neue Kraftwerk Nordrhein-Westfalen helfen, die Kohleverstromung zu ersetzen, ohne die Energieversorgung zu gefährden. Die spätere Umrüstoption auf Wasserstoff verleiht dem Vorhaben zusätzliche langfristige Flexibilität.