Bergisch Gladbach steht vor einem 44-Millionen-Defizit – und die Krise geht weiter
Thies FreudenbergerBergisch Gladbach steht vor einem 44-Millionen-Defizit – und die Krise geht weiter
Bergisch Gladbach verzeichnet erstmals seit Jahren ein großes Haushaltsdefizit
Die Stadt Bergisch Gladbach hat 2024 erstmals seit Jahren ein erhebliches finanzielles Minus verbucht: Der vorläufige Jahresabschluss weist ein Defizit von 44 Millionen Euro aus. Die Verwaltung warnt nun vor weiteren Verlusten in den kommenden Jahren.
Das Ergebnis für 2024 markiert das erste Mal, dass die Stadt ein derart hohes negatives Saldo verzeichnen musste. Zwar fiel das Defizit mit 20 Millionen Euro geringer aus als in der ursprünglichen Prognose von minus 63,3 Millionen Euro – dennoch bleibt die Lage angespannt. Für 2025 wird ein Fehlbetrag von 54 Millionen Euro erwartet, was immerhin eine leichte Verbesserung gegenüber der früheren Schätzung von minus 60,4 Millionen Euro darstellt.
Zusätzlich rechnet die Stadt mit weiteren Belastungen bei Personal- und Sachkosten: 2025 droht eine Lücke von rund 2 Millionen Euro, 2026 sogar von 3,7 Millionen Euro. Eine langfristige Haushaltskonsolidierung erscheint fraglich, da aufgrund anhaltender Budgetabweichungen keine positiven Jahresergebnisse mehr in Sicht sind. Die Verwaltung plant, im Dezember einen Haushaltsentwurf für 2026 vorzulegen, um die Einleitung eines zwingenden Haushaltssicherungskonzepts zu vermeiden.
Unterdessen fordert der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen (NRW) mehr Unterstützung vom Land. Mindestens 78 Prozent der Bundesmittel müssten an die Kommunen weitergegeben werden, so die Forderung. Auch die Stadt Bergisch Gladbach betont, dass Bund und Länder die Finanzierung der auf die Kommunen übertragenen Aufgaben sicherstellen müssen.
Ab 2026 muss die Stadt ihre Finanzplanung anpassen, um den langfristigen Betrieb zu sichern. Parallel wird die Verwaltung den Haushalt überarbeiten und auf zusätzliche Landes- und Bundeshilfen drängen. Ohne weitere Unterstützung dürften sich die finanziellen Herausforderungen der Stadt jedoch fortsetzen.






