Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach strittiger Absage
Irmtraut BeckerBayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach strittiger Absage
Die Bayreuther Festspiele haben sich bei Michel Friedman entschuldigt, nachdem sie ihre Einladung an ihn zurückgezogen hatten. Die Veranstaltung wird wie geplant stattfinden. Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, sich nicht ernsthaft mit Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Katharina Wagner begründete den Rückzug der Einladung mit Sicherheitsbedenken. Christian Thielemann erklärte, Gespräche über eine mögliche Veranstaltung mit Friedman hätten bereits vor über einem Jahr stattgefunden, ohne dass es zu einer Einigung gekommen sei. Letztlich entschied sich das Festival gegen eine Zusammenarbeit.
Friedman war nicht in die Bemühungen des Festivals eingebunden, sich mit dem Thema Antisemitismus kritisch auseinanderzusetzen. In den vergangenen 20 Jahren haben die Bayreuther Festspiele Maßstäbe bei der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte sowie der Geschichte ihrer Kunst gesetzt. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Wagners Antisemitismus in den Inszenierungen ebenso wie die Ausrichtung von Symposien zur nationalsozialistischen Vergangenheit des Festivals. Gedenkveranstaltungen und Diskussionsrunden sind Teil dieses fortlaufenden Prozesses.
Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben die musikalische Ausrichtung des Festivals maßgeblich geprägt.
Die Entschuldigung an Friedman erfolgt vor dem Hintergrund der langjährigen Arbeit der Festspiele zur historischen und künstlerischen Kontextualisierung. Die Programme und Produktionen spiegeln weiterhin das Engagement wider, sich mit dem komplexen Erbe auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung wird nun ohne Friedmans Beteiligung stattfinden.
