ARD setzt auf Gaming: Neues Netzwerk soll junge Zielgruppen gewinnen
Die ARD hat das ARD Games Network gestartet, um jüngere Zielgruppen besser zu erreichen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt will Gaming als neues Mittel nutzen, um sowohl bestehende als auch potenzielle Zuschauerinnen und Zuschauer anzusprechen. Der Schritt hat eine Debatte ausgelöst, ob die Entwicklung von Spielen überhaupt zum öffentlichen Auftrag des Senders passt.
Erst kürzlich präsentierte die ARD auf der Gamescom ein Spiel für die Plattform Roblox. Dies ist Teil der Strategie, sich stärker auf die Eigenproduktion von Computerspielen zu konzentrieren. Die Gaming-Initiativen des Senders werden nun im neuen ARD Games Network gebündelt, das in vier zentralen Bereichen agiert: Strategie, Community, Kultur und Wachstum.
Die ARD sieht Gaming als zukunftsweisendes Feld für die Zuschauerbindung. Fast 50 Millionen Menschen in Deutschland spielen regelmäßig digitale Spiele – ein bedeutendes Potenzial. Kai Gniffke, Intendant des SWR, betonte, dass digitale Spiele Vielfalt fördern und demokratische Werte vermitteln können.
Das Netzwerk soll innerhalb des rechtlichen und medienpolitischen Rahmens der ARD neue Perspektiven eröffnen. Kritiker hinterfragen jedoch, ob die Entwicklung von Spielen mit dem öffentlichen Auftrag des Rundfunks vereinbar ist.
Das ARD Games Network wird sich darum bemühen, über Gaming neue Zielgruppen zu gewinnen. Gleichzeitig wird erprobt, wie sich solche Projekte in die rechtlichen und medialen Vorgaben des Senders einfügen lassen. Die ARD bleibt entschlossen, digitale Spiele als Instrument für Reichweite und Interaktion weiter zu erkunden.
