15 January 2026, 02:10

Aachener Debatte: Wie die neue EU-Asylpolitik Europa verändern wird

Ein detaillierter Lageplan des Ankara Baublocks an der Juristen Schule in Berlin, Deutschland, der das Gebäude und die Umgebung auf Papier zeigt, mit begleitendem Text.

Aachener Debatte: Wie die neue EU-Asylpolitik Europa verändern wird

Öffentliche Diskussion zur sich wandelnden Grenz- und Asylpolitik der EU am 15. Oktober in Aachen

Am 15. Oktober findet in Aachen eine öffentliche Diskussion über die sich entwickelnde Grenz- und Asylpolitik der EU statt. Die vom Politikwissenschaftler Siebo Janssen geleitete Veranstaltung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die Verhandlungen über neue EU-weite Regelungen weiterhin kontrovers diskutiert werden. Die Organisatoren haben die kostenlose Anmeldung für sowohl Präsenz- als auch Online-Teilnehmende freigeschaltet.

Die Diskussionsrunde wird vom EUROPE DIRECT Informationszentrum, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen ausgerichtet. Sie findet im Grashaus (Fischmarkt 3) statt und wird für externe Zuhörende per Livestream übertragen. Interessierte müssen sich über die Website *Europa-dienstag.de oder die Veranstaltungsseite auf Facebook* anmelden.

Das Asylsystem der EU hat in den letzten Jahren tiefgreifende Reformen durchlaufen. Im April 2024 verabschiedete der Block ein überarbeitetes Gemeinsames Europäisches Asylsystem (GEAS), dessen neue Bestimmungen zu Screening-Verfahren, Grenzabfertigungen und Solidaritätsmaßnahmen 2026 in Kraft treten sollen. Deutschland begann im September 2025 mit der Ausarbeitung der nationalen Umsetzungsgesetze. Aktuell liegt der Fokus auf einem Vorschlag der Kommission vom März 2025 für eine einheitliche Rückführungspolitik, der jährliche Umverteilungsquoten (30.000 Personen), 600 Millionen Euro an Fördermitteln sowie mögliche „Rückführungszentren“ außerhalb der EU vorsieht. Das Europäische Parlament billigte den Plan am 17. Dezember 2025; nun laufen die Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen. Die Änderungen würden die Asylverfahren in den Mitgliedstaaten vereinheitlichen, darunter auch Arbeitsrechte für Antragstellende nach sechs Monaten. Angesichts eines breiteren Rechtsrucks in der europäischen Politik ist die politische Wende jedoch zunehmend umstritten.

Die Aachen-Veranstaltung bietet die Gelegenheit, die Folgen der EU-Asylreformen zu erörtern, während diese ihrer Finalisierung entgegengehen. Da die Anmeldung bis zum Tag der Diskussion möglich ist, laden die Organisatoren alle ein, die die Entwicklung der Politik verfolgen. Die Ergebnisse der laufenden Verhandlungen werden maßgeblich prägen, wie die Mitgliedstaaten – einschließlich Deutschlands – Migration in den kommenden Jahren gestalten werden.