85.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz 2025 – was läuft falsch?
Ausbildungmarkt bleibt für junge Menschen eine Herausforderung
Zum Stichtag 30. September 2025 hatten fast 85.000 Bewerberinnen und Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz 2025 gefunden. Expertinnen und Experten zeigen sich besorgt über hohe Abbrecherquoten, veränderte Prioritäten bei Jugendlichen und eine wachsende Kluft zwischen Betrieben und Auszubildenden.
Bei einer aktuellen Diskussion in Remscheid wurden die drängenden Probleme der beruflichen Ausbildung thematisiert. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) berichtete, dass nahezu 30 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung vorzeitig beenden – viele wechseln mehrfach die Stelle, bis sie den passenden Beruf finden. Prof. Dr. Hubert Ertl, Forschungsdirektor des BIBB, forderte die Gesellschaft auf, die Ängste junger Menschen ernst zu nehmen, insbesondere die Sorge vor Altersarmut und der Unfähigkeit, sich jemals Wohneigentum leisten zu können.
Henner Pasch, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), kritisierte bei jüngeren Beschäftigten mangelnde Arbeitsmoral und Einsatzbereitschaft. Zudem beobachtete er häufige Krankschreibungen und eine stärkere Gewichtung von Work-Life-Balance gegenüber beruflicher Karriere. Pasch betonte, dass auch ältere Generationen in der Pflicht stünden, Jugendlichen zu helfen, ihre Erwartungen an die Arbeitswelt realistischer zu gestalten. Daniel Bielecki, Vorsitzender des Remscheider Jugendrats, führte an, dass einige Auszubildende eine Ausbildung beginnen, ohne wirkliches Interesse zu haben – was zu geringer Motivation führe. Alexander Lampe vom Remscheider Industrieausbildungszentrum unterstrich die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen Betrieben und Jugendlichen, um die Vorzüge der dualen Ausbildung deutlicher aufzuzeigen.
Die Debatte offenbarten eine Lücke zwischen den Erwartungen junger Menschen und den Realitäten des Arbeitsmarkts. Angesichts hoher Abbrecherquoten und vieler unversorgter Bewerber sind sich Fachleute einig: Es braucht klarere Informationswege und stärkere Unterstützungssysteme. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Unternehmen als auch die Gesellschaft sich anpassen müssen, um die nächste Generation besser auf das Berufsleben vorzubereiten.