700 Kurden demonstrieren in Düren für Freiheit und Solidarität mit Nordsyrien
Irmtraut Becker700 Kurden demonstrieren in Düren für Freiheit und Solidarität mit Nordsyrien
Friedensdemo "Freiheit plus Kurdistan" in Düren
Am 28. Januar 2026 fand in Düren eine friedliche Kundgebung unter dem Motto "Freiheit plus Kurdistan" statt. Rund 700 kurdische Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Kaiserplatz, um ihre Solidarität mit Nordsyrien zum Ausdruck zu bringen. Die Veranstaltung wurde vom Kurdischen Kulturverein Düren organisiert und folgte einer genehmigten Route durch die Innenstadt.
Der Demonstrationszug startete am Kaiserplatz und zog auf einer vorher abgestimmten Strecke durch die Dürener Straßen. Polizeikräfte waren während der gesamten Aktion präsent, um für Sicherheit zu sorgen und das Versammlungsrecht zu schützen. Trotz vereinzelter Spannungen verlief der Marsch weitgehend ohne Zwischenfälle.
Im Nachgang leitete die Polizei zwei Ermittlungsverfahren ein: eines wegen des Verdachts der Beleidigung, ein weiteres wegen versuchter Körperverletzung. Nähere Angaben zu den Vorfällen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Die Kundgebung endete wie geplant – gegen 20:00 Uhr kehrten die Teilnehmenden zum Kaiserplatz zurück. Die Behörden bestätigten, dass es während der Veranstaltung zu keinen größeren Störungen gekommen war.
Die Demonstration steht im Kontext der anhaltenden politischen Spannungen in Nordirak (Nordkurdistan). Seit 2023 stocken die Bemühungen um mehr Autonomie für die Region Kurdistan, da die irakische Zentralregierung die Kontrolle über Öleinnahmen und umstrittene Gebiete wie Kirkuk verschärft. Gleichzeitig haben die türkischen Militäroperationen gegen Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) an Intensität zugenommen. Zudem tragen Gefechte zwischen iranisch unterstützten Milizen und Peschmerga-Kräften zur regionalen Instabilität bei. Bis Anfang 2026 war kein bedeutender Unabhängigkeitsreferendum vorangekommen.
Die Kundgebung in Düren verlief schließlich friedlich; Veranstalter und Polizei sorgten durchgehend für Ordnung. Zwei isolierte Vorfälle führten zwar zu Ermittlungen, doch der Charakter der Demonstration blieb ruhig. Die Versammlung lenkte die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden politischen und humanitären Herausforderungen der Kurdinnen und Kurden in der gesamten Region.