08 February 2026, 10:44

35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und prächtigen Kostümen gegen Wohnungsnot

Eine Gruppe von Clowns in bunten Kostümen marschiert durch eine Straße, hält ein Schild mit Text hoch, mit Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund.

35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und prächtigen Kostümen gegen Wohnungsnot

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit tausenden bunten Teilnehmenden

Mit tausenden farbenfrohen Teilnehmenden, die die Straßen füllten, beging Kölns Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen. Was 1991 als Protest gegen den Golfkrieg begann, hat sich längst zu einer lebendigen Mischung aus Demonstration und Fest entwickelt. In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der städtischen Wohnungsnot – politisch engagiert, aber mit aufwendigen Kostümen und Wagen umgesetzt.

Den Auftakt machte Erich Hermans an der Spitze, verkleidet als Ähzebär, eine lokale Karnevalsfigur. Seit der ersten Ausgabe ist er dabei, als das Kölner Friedensplenum die Parade als Protest gegen den Golfkrieg organisierte. Über die Jahre bewahrte die Geisterparade ihre aktivistischen Wurzeln, bereicherte sie aber zunehmend mit festlichen Elementen.

Das diesjährige Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" (Es ist höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen) spiegelte sich in vielen Kostümen und Plakaten wider. Die Demonstranten thematisierten steigende Mieten und Wohnungsmangel, während andere in fantastische Verkleidungen schlüpften. Geister, Hexen und Totenschädel zogen neben Meeresbewohnern und Fabelwesen durch die Stadt.

Besonders auffällig waren die kreativen Wagen, darunter die "Schnappviecher" und ein riesiger, durchsichtiger Oktopus aus Plastikflaschen. Anders als in den Vorjahren endete die Parade diesmal nicht mit einer Kundgebung. Stattdessen trafen sich die Teilnehmenden im Odonien, einem lokalen Veranstaltungsort, zu Live-Musik und Performances.

Die 35. Geisterparade verband auf eindrucksvolle Weise Aktivismus und Spektakel – mit einer Mischung aus Protest und Party zog sie die Massen an. Die Wohnungsnot blieb zentrales Thema, doch die Veranstaltung zeigte auch die Kreativität und Energie, die sie seit Jahrzehnten prägen. Organisator:innen und Teilnehmende feierten das Jubiläum mit einer Nacht voller Musik, Kostüme und Forderungen nach Veränderung.